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Wien ist Kulturmetropole. Doch die Kunstschaffenden, die der Bundeshauptstadt dieses Image verleihen, sind vom schillernden Künstlerleben weit entfernt. Die meisten leben am Rand an der Armutsgrenze, sagt die Sozialwissenschaftlerin Evelyn Dawid.
Scheinwerferlicht, Ruhm, Reichtum und Selbstverwirklichung: Das ist eine verbreitete Vorstellung des Lebens als Künstler:in. Doch in Wahrheit erreichen nur wenige diesen Punkt. Der Großteil der Kunst- und Kulturschaffenden schrammt finanziell an der Armutsgrenze. Diesen Befund stellt die Wirtschaftsuniversität Wien anhand einer qualitativen Untersuchung aus, die die Kulturmetropole Wien als weitgehend prekären Arbeitsort für Künstler:innen entlarvt. Von 15 befragten Personen können nur zwei von ihrer Kunst leben, der Rest ist auf Nebenjobs angewiesen, sagt Studienautorin Evelyn Dawid im Gespräch mit der WZ.
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Kunstschaffende arbeiten viele, viele Stunden. Die Szene besteht aus vielen Welten und Nischen.Evelyn Dawid
In beiden Geschlechtern geht es ums gute Aussehen, die Fitness auf der Bühne.Evelyn Dawid
Als junger Mensch soll man der Überzeugung sein, dass man alles schafft.Evelyn Dawid
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Infos und Quellen
Genese
WZ-Redakteurin Eva Stanzl machte vor einiger Zeit eine Ausbildung im Bereich Kulturmanagement. Sie schloss die Ausbildung zwar ab, entschied sich aber gegen einen Wechsel in die Kulturbranche, eben weil es nur schwer möglich ist, davon zu leben. Das Interesse für Kunst und Kultur sowie die Thematik der Gagen in dieser Sparte blieb.
Gesprächspartnerin
Evelyn Dawid, geboren 1967 in Wien, ist freiberufliche Sozialwissenschaftlerin und Historikerin mit Schwerpunkt Armut und soziale Ausgrenzung. Ihre methodische Spezialisierung liegt im Bereich qualitative empirische Sozialforschung. Sie ist außerdem Mitbegründerin der WortStatt, ein Textbüro für Museen in Wien.
Quellen
Evelyn Dawid / Karin Heitzmann / Wirtschaftsuniversität Wien:
- „Die Kulturmetropole Wien: ein prekärer Arbeitsort für Künstlerinnen und Künstler? “
- ,,Die sozialen Folgen der Inflation"
Das Thema in anderen Medien
- Radio Österreich 1: Kunstschaffende an der Grenze zum Prekariat
- Der Standard: Malen ohne Zahlen
- Business Insider: Reiche Dirigenten, arme Schauspieler
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