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So reist Österreich in Zeiten der Inflation

3 Min
In "Ökonowie" schreibt Elisabeth Oberndorfer wöchentlich, was im Wirtschaftsstandort Österreich so vor sich geht.
© Illustration: WZ / Katharina Wieser, Assets: Adobe Stock;

Die Inflation hält Österreicher:innen kaum vom Sommerurlaub ab, gespart wird aber bei der Unterkunft. Jüngere Reisende lassen sich bei der Reiseplanung immer mehr von KI unterstützen.


    • Trotz Inflation und steigender Preise erreichte der Anteil der Reisenden im Sommer 2025 mit 65,5 Prozent einen Höchstwert.
    • Das durchschnittliche Reisebudget pro Person sank auf 1.189 Euro, gespart wird vor allem bei Unterkunft und Reisedauer.
    • Künstliche Intelligenz wird zunehmend für die Reiseplanung genutzt, besonders bei 18- bis 31-Jährigen.
    • 5,1 Mio. Menschen reisten im Sommer 2025, das sind 65,5 % der Bevölkerung
    • Durchschnittliches Reisebudget 2026: 1.189 Euro pro Person, 44 Euro weniger als 2025
    • 94 % wollen 2026 verreisen, 2 % weniger als im Vorjahr
    • 100 Euro sind in Bulgarien 186 Euro wert, in Island nur 64 Euro
    Mehr dazu in den Infos & Quellen

Fliegen wird teurer, die Arbeitslosenrate steigt und die Inflation bleibt auf hohem Niveau. Es gibt also derzeit für viele Menschen gute Gründe, den Urlaub abzusagen oder zumindest zu sparen. Doch wie stark beeinflusst die wirtschaftliche und persönliche Lage tatsächlich das Reiseverhalten?

Reisebudget sinkt

Der Anteil der Reisenden hat im Sommer 2025 laut Statistik Austria einen Höchstwert erreicht: 5,1 Millionen Menschen waren im dritten Quartal des vergangenen Jahres auf Urlaub, das entspricht 65,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das ist ein deutlicher Anstieg: 2019 lag dieser Wert noch bei 57,6 Prozent. Ein Drittel der Reisenden blieb in Österreich, zu den beliebtesten Auslandsdestinationen zählen Italien und Kroatien. Die meisten Urlauber:innen reisten mit dem eigenen Pkw, jede:r Fünfte reiste mit dem Flugzeug und jede:r Achte nahm den Zug.

Auch wenn der Anteil der Reisenden im Sommer 2025 auf Rekordniveau war, wurde insgesamt im vergangenen Jahr weniger verreist als noch im Jahr zuvor: 2024 wurde eine so hohe Anzahl an Urlaubsreisen wie noch nie verzeichnet. Als Gründe fürs Daheimbleiben nennt die Statistik Austria in ihrer Auswertung gesundheitliche Gründe mit 34,6 Prozent und finanzielle Gründe mit 33,1 Prozent.

Wie das Reiseverhalten in der diesjährigen Sommersaison aussieht, darüber gibt es noch keine konkreten Daten, aber Umfragen. Laut dem ÖAMTC Reisemonitoring 2026, für das 1.000 Personen befragt wurden, wollen 94 Prozent in den Sommermonaten verreisen – 2 Prozent weniger als in der Vorjahresumfrage. Auch das Budget hat sich verringert: Das durchschnittliche Reisebudget der Befragten liegt bei 1.189 Euro pro Person und damit um 44 Euro niedriger als 2025. Anstatt ganz auf den Urlaub zu verzichten, wird eher bei der Unterkunft oder bei der Reisedauer gespart.

Wo der Euro am meisten wert ist

Wer das Reisebudget maximal ausreizen möchte, sollte nach Bulgarien reisen: 100 Euro sind für Reisende aus Österreich dort 186 Euro wert, in der Türkei 156 Euro, wie die Urlaubseuro-Auswertung der Statistik Austria zeigt. Teuer wird es in Island, wo 100 Euro aus Österreich nur 64 Euro wert sind, gefolgt von der Schweiz mit 70 Euro. Außerhalb Europas ist die österreichische Kaufkraft in Japan (144 Euro) und Mexiko (141 Euro) am höchsten.

Die gleichen Destinationen, die gleichen Anreisemittel und etwas weniger Budget: Grundlegend hat sich das Reiseverhalten in den vergangenen Jahren also nicht verändert. Einige Trends könnten das in Zukunft ändern. Künstliche Intelligenz wird laut einer Potenzialanalyse der Österreich Werbung immer öfter für die Reiseplanung genutzt, bei den 18- bis 31-Jährigen sind es 24 Prozent. Die Gen Z reist demnach gerne mit Familie und Freund:innen und verbringt den Urlaub aktiv mit Sport, Gastronomie und Kaffeehauskultur. Auch Urlaub in den Bergen zieht zunehmend eine junge, höher gebildete und KI-affine Zielgruppe an.

Elisabeth Oberndorfer schreibt jede Woche eine Kolumne zum Thema Ökonomie. Alle Texte findet ihr auch in ihrem Autor:innenprofil.


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