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Während Kriege geführt werden und das Völkerrecht gebrochen wird, gehen große Sportveranstaltungen oft in autokraten und politisch umstrittenen Staaten über die Bühne. Diese nützen solche Events, um ein positives Bild an die Welt zu senden.
Der militärische Angriff der USA auf Venezuela mit dutzenden Todesopfern verstieß gegen das Völkerrecht. Anfang Dezember erhielt US-Präsident Donald Trump den neu erschaffenen FIFA-Friedenspreis. Trump, der ohnehin den Friedensnobelpreis fordert, bekam damit eine Auszeichnung, für die keinerlei Kriterien erforderlich waren. Die FIFA verstieß damit auch gegen ihre eigenen Statuten, die vorsehen, dass der Weltfußballverband im Sinne der politischen Neutralität handeln muss. Eine schiefere Optik im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer – bei der die USA mit Kanada und Mexiko Gastgeber sind -– kann es wohl kaum geben.
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Sportveranstaltungen von weltweitem Interesse wurden schon oft an autoritär geführte und auch militärisch umstrittene Staaten (die USA zählen – noch – nicht dazu) vergeben. Diese rühmten sich nach Ablauf der Events, die beste Veranstaltung aller Zeiten über die Bühne gebracht zu haben. Ein Blick zurück auf das Jahr 2022, als die Fußball-WM in Katar gespielt wurde: Viele Arbeitskräfte kamen im Zuge der Bauarbeiten für die Weltmeisterschaft durch katastrophale Arbeitsbedingungen ums Leben. Menschenrechte wurden in Katar stets unterdrückt. Trotz aller Widrigkeiten verfolgten rund um den Globus Millionen Menschen die WM. Solange während des Turniers alles ohne Zwischenfälle abläuft, ist das Interesse am Sport größer als das aktuelle, weltweit umstrittene Geschehen im jeweiligen Land. Seien es Aufrufe zum Boykott oder Friedensbotschaften im Vorfeld – mit Anpfiff werden die grausamen Taten vergessen und die Welt blickt auf den Sport.
21 Parlamentsabgeordnete Großbritanniens forderten inzwischen den Ausschluss der Vereinigten Staaten von der WM. Dies gilt aufgrund des Status als Gastgeberland sowie der zeitlichen Nähe zum Ereignis als unwahrscheinlich. Die anderen beiden Veranstalternationen sowie die FIFA selbst erscheinen den Drohungen Donald Trumps an weitere Länder gegenüber machtlos. Pierre de Coubertin, Begründer der modernen Olympischen Spiele, sah den Sport etwa immer im Zeichen der Völkerverbindung und Gleichberechtigung aller Menschen. „Sport has the power to change the world“, sagte Nelson Mandela einst. Der Sport hat wohl die Kraft, die Welt zu vereinen, aber scheinbar auch die traurige Wahrheit zumindest für die Dauer eines Großevents auszublenden.
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Infos und Quellen
Quellen:
- FIFA: Home
- Amnesty International: Ausbeutung und Tote vor der FIFA-WM in Katar | Amnesty International Österreich
- Fairplay Initiative: fairplay
- Daily Mirror: USA should be 'kicked out of World Cup' after Donald Trump bombshell decision - The Mirror
Das Thema in anderen Medien:
- ARD-Sportschau: Katar: Ausbeuterische Arbeitsbedingungen bei der FIFA Klub-WM 2021 - Sicherheitsunternehmen missachtet Arbeitsrecht | sportschau.de
- Deutschlandfunk: ILO zu Katar - "Die Weltmeisterschaft hat Reformen beschleunigt"
- ORF: WM in Katar: Ausbeutung erstmals offiziell eingestanden - news.ORF.at
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