Zum Hauptinhalt springen

Alle Infos und Quellen zum Inhalt

Dem Trockenrasen nachhelfen

Genese

WZ-Redakteur Mathias Ziegler war schon als Kind in den Bergen unterwegs, insbesondere in den Hohen Tauern. Am Konzept der Umweltbaustelle hat ihn der Zugang fasziniert, die Natur durch aktives Eingreifen zu schützen, statt sie sich selbst zu überlassen. Und dass Trockenrasen, anders als ihr Name vermuten lässt, offenbar eine Oase für Pflanzen und Insekten sind.

Gesprächspartner:innen

  • Irene Drozdowski, Biologin, Obfrau des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und Leiterin der Umweltbaustelle in Pfaffstätten

  • Rima Fischer, Studentin, Teilnehmerin der Umweltbaustelle in Pfaffstätten

  • Felix Hohn, Mitarbeiter des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und Teilnehmer der Umweltbaustelle in Pfaffstätten

  • Monika Kriechbaum, Professorin am Institut für Integrative Naturschutzforschung an der Universität für Bodenkultur Wien

  • Nora Petermair, Studentin, Praktikantin beim Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und Teilnehmerin der Umweltbaustelle in Pfaffstätten

  • Charlotte Toth, Mitarbeiterin eines ungarischen Informatikunternehmens, Teilnehmerin der Umweltbaustelle in Pfaffstätten

Daten und Fakten

  • Die ersten Umweltbaustellen wurden Anfang der 1980er Jahre von der Alpenvereinsjugend eingerichtet. Deren damaliger Leiter Luis Töchterle wollte beweisen, dass es den Jungen nicht bloß ums Bergsteigen ging, sondern auch um die Natur. Daraus entstanden zwei Umweltbaustellen auf Grundeigentum des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV): eine an der Gamsgrube, im Kärntner Teil des heutigen Nationalparks Hohe Tauern, und die andere am Schlatenkees im Innergschlöss in Osttirol. Das Grundeigentum in Kärnten erwarb der ÖAV mit einer doppelten Widmung: Zum einen sollte er die Begehbarkeit und damit die Besteigbarkeit des Großglockners sichern, zum anderen aber auch den Naturschutz. Folgerichtig wurde im Rahmen dieser ersten Umweltbaustelle ein Weg, der quer durch das Sonderschutzgebiet Gamsgrube führte, zurückgebaut. Zu den Umweltbaustellen kamen im Jahr 2001 Bergwaldprojekte nach einem Schweizer Vorbild dazu. So wurde jüngst im Bergsteigerdorf Innervillgraten von einigen Freiwilligen ein Schutzwald saniert, dem Borkenkäfer und Schneedruck zu schaffen gemacht hatten. Die Zielgruppe für diese Projekte sind jene, die den Umweltbaustellen vom Alter her „entwachsen“ sind, wobei es aber auch Familienbergwaldprojekte mit Kindern gibt. Zwischen Mai und Oktober laufen mittlerweile jedes Jahr 35 und beziehungsweise 40 Projektwochen des Österreichischen Alpenvereins im Rahmen der Umweltbaustellen und Bergwaldprojekte. Die Teilnehmer:innen bekommen dabei freie Kost und Logis und sind gemeinsam je nach Örtlichkeit in einer Berghütte oder eben wie in Pfaffstätten in einem Jugendhotel untergebracht.

  • Der Alpenverein verfolgt laut eigener Aussage einen anthropozentrischen Naturschutz – im Mittelpunkt steht also der Mensch. In der Praxis bedeutet das, die Natur zu schützen, aber eben auch zu nutzen. Das war auch das Leitmotiv von Albert Wirth, einem der Gründerväter des Nationalparks Hohe Tauern. Der ÖAV hat durch seinen Status als Naturschutzorganisation auch oft eine Parteienstellung bei Umweltverträglichkeitsprüfungen und hat unter anderem mehrere Skigebietserweiterungen mitverhindert. Vor drei Jahren wurde das langfristige Projekt „RespektAmBerg“ ausgerollt, um den Menschen „den respektvollen Umgang mit einem Lebensraum näherzubringen, der uns nicht alleine gehört“, wie es heißt.

Quellen

Das Thema in anderen Medien