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USA-Iran-Abkommen: Wird die Weltwirtschaft wieder stabiler?

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In "Ökonowie" schreibt Elisabeth Oberndorfer wöchentlich, was im Wirtschaftsstandort Österreich so vor sich geht.
© Illustration: WZ / Katharina Wieser, Assets: Adobe Stock;

Ein Ende des Iran-Kriegs könnte die Inflation wieder dämpfen. Ob wir diese Entwicklung als Verbraucher:innen spüren werden, hängt davon ab, ob ein langfristiger Deal tatsächlich zustande kommt.


Es war ein Frieden auf wackeligen Beinen: Vergangene Woche einigten sich die USA und der Iran in einer Absichtserklärung auf ein sofortiges Ende des Nahost-Krieges, der Ende Februar mit Angriffen der USA eskalierte. Auch die Straße von Hormus sollte damit wieder den uneingeschränkten Betrieb aufnehmen können. Doch die Absichtserklärung hielt nicht lange, da es wenig später zu weiteren Angriffen kam und damit ein baldiger Frieden in die Ferne rückte . Zum Ende der Woche kam es zu widersprüchlichen Informationen darüber, inwieweit die Straße von Hormus geöffnet ist oder nicht, und zu weiteren Angriffen. Seit Monaten ist der Handelsverkehr blockiert, Exporte sind nur eingeschränkt möglich Am Wochenende trafen sich die Verhandlungspartner erneut zu Gesprächen, und am Montagmorgen gab es erneut eine Absichtserklärung.

Widersprüche bei der Straße von Hormus

Wie schon bei der ersten Absichtserklärung der vergangenen Woche handelt es sich dabei um einen Fahrplan, der in 60 Tagen zu einer gültigen Einigung führen soll. Darüber hinaus „wurde ein Kommunikationskanal zwischen den Parteien eingerichtet, um Zwischenfälle und Missverständnisse zu vermeiden und so die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zu gewährleisten“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme, die das Außenministerium Pakistan als vermittelnde Partei veröffentlicht hat. Katar und Pakistan handeln im Konflikt als Friedensvermittler, um die erwähnten Zwischenfälle zu vermeiden Kommt damit wieder Normalität in die Weltwirtschaft?

Denn unabhängig von der politischen Brisanz und den humanitären Auswirkungen hatte der Nahost-Krieg in den vergangenen Monaten auch Folgen für unsere Wirtschaft. Zunächst spürten wir die steigenden Preise an den Tankstellen, dann bei der Energie und schließlich stieg die Inflationsrate wieder an. Der Hauptgrund dafür ist die Bedeutung der Straße von Hormus als Transportroute für internationale Energieexporte: Wie wir schon berichtet haben, werden über das Gebiet rund 20 Prozent des globalen Öl- und Gasbedarfs befördert. Nicht zuletzt deshalb waren die Aktien- und Energiemärkte angesichts der Erwartung einer baldigen Friedenserklärung volatil.

Wie sich das angestrebte Friedensabkommen auf Österreich auswirken könnte

Die österreichische Industrie rechnet aufgrund des Energiepreisschocks mit einer gedämpften Geschäftsentwicklung und steigenden Verkaufspreisen, vor allem in der Bauwirtschaft und in der exportorientierten Sachgütererzeugung, geht aus der jüngsten Quartalsumfrage des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) hervor. Dessen Direktor Gabriel Felbermayr prognostiziert, dass ein Friedensabkommen der Wirtschaft und der Inflationsbekämpfung helfen werde. Unternehmen würden die sinkenden Energiepreise laut Felbermayr früher spüren als Endkund:innen, die den Preisnachlass wohl erst beim Heizen im Winter bemerken werden.

Die jetzige Absichtserklärung sorgt zumindest kurzfristig schon für Entspannung: Zu Wochenbeginn sind die Ölpreise in Erwartung auf die Öffnung der Straße von Hormus gesunken. Läuft der Transportverkehr durch die Straße von Hormus tatsächlich wieder uneingeschränkt, kann die Nachfrage besser gedeckt werden, was zu Preissenkungen führt. Langfristig könnte das auch für Verbraucher:innen in Österreich zu Entspannung beim Tanken und bei den Energiepreisen führen. Kommt das Friedensabkommen jedoch nicht zustande, bleibt diese Entspannung voraussichtlich aus.

Noch keine langfristige Erholung

Die Ereignisse nach der ersten Unterzeichnung der Absichtserklärung macht deutlich, wie unberechenbar die beiden Seiten aktuell sind. Deshalb sind Analyst:innen bei ihren Prognosen noch vorsichtig. Von einer langfristigen Erholung der Märkte will noch niemand sprechen. Die Börsenleitwerte zeigten Anfang der Woche noch keinen eindeutigen Trend. Der Frachtverkehr in der Straße von Hormus nimmt Berichten zufolge wieder zu.

Ob sich die Energie- und folglich auch die Verbraucherpreise langfristig wieder beruhigen werden, wird sich in den kommenden 58 Tagen zeigen, wenn es eine definitive Einigung zum Kriegsende gibt – oder eben auch nicht. Denn wie die vergangenen Wochen gezeigt haben, müssen sowohl Unternehmen als auch Konsument:innen mit weiterer Unsicherheit rechnen.

Elisabeth Oberndorfer schreibt jede Woche eine Kolumne zum Thema Ökonomie. Alle Texte findet ihr auch in ihrem Autor:innenprofil.


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