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Vom kleinen Luxus in Kiew ans Existenzminimum in Wien

Genese

Als Kind erlebte WZ-Redakteur Mathias Ziegler Anfang der 1990er-Jahre mit, wie Bosnier:innen in seiner Heimatpfarre eine Unterkunft fanden, die mit wenig bis nichts an Habe vor dem Jugoslawien-Krieg geflüchtet waren. In einer ähnlichen Situation befanden sich jene ukrainischen Vertriebenen, die im März 2022 in einer leeren Wohnung des Pfarrhofes Unterschlupf fanden. Ihr Schicksal hat er zum Anlass genommen, das „Offene Foyer“ der Caritas in Wien-Favoriten zu besuchen und mit Ukrainer:innen darüber zu sprechen, wie es ihnen in Österreich geht.

Gesprächspartner:innen

  • Katharina Ebhart-Kubicek, Sprecherin des Fonds Soziales Wien

  • Katja Fleischmann, Caritas-Mitarbeiterin in einem AMS-geförderten Jobberatungsprojekt

  • Vasyl Khymynets, Botschafter der Ukraine in Österreich

  • Drei Ukrainer:innen wollten ihre vollen beziehungsweise echten Namen lieber nicht nennen

Daten und Fakten

Laut dem europäischen Statistikamt Eurostat haben mehr als vier Millionen Kriegsflüchtlinge die Ukraine verlassen und zeitweiligen Schutzstatus in EU-Ländern erhalten. Jeweils gut ein Viertel davon ist in Deutschland und Polen gelandet. Die Grundlage für ihre Aufnahme ist die sogenannte Massenzustrom-Richtlinie, die im März 2022 erstmals aktiviert wurde und Nicht-EU-Bürgern, die durch den russischen Angriffskrieg vertrieben wurden, einen Aufenthalt ohne Asylantrag gewährt. In Österreich wurden seit Februar 2022 fast 105.000 ukrainische Flüchtlinge registriert, wobei der Großteil inzwischen wieder das Land verlassen haben dürfte. Die meisten Verbleibenden sind in Wien untergekommen. Zwei Drittel davon sind Frauen, ein Drittel ist minderjährig, etwa die Hälfte ist in der Grundversorgung.

Die Grundversorgung für ukrainische Flüchtlinge setzt sich für jene, die in privaten Quartieren wohnen, wie folgt zusammen:

  • Mietzuschuss: 165 Euro für einzelne Erwachsene und 330 Euro für Familien (ab zwei Personen) pro Monat

  • Verpflegung: 260 Euro für Erwachsene und 145 Euro für Minderjährige im Familienverband pro Monat

  • Bekleidungshilfe: 150 Euro jährlich

  • Krankenversicherung

Quellen

Das Thema in anderen Medien