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Es ist Anfang 2026. Und nicht nur wir sind zu dieser Zeit voller Tatendrang, unsere Neujahrsvorsätze durchzuziehen, auch die Politik hat sich einiges vorgenommen.
Ich blinze, beginne meine Augen zu öffnen. Und während sich Trump noch ein Nickerchen vor der Kamera gönnt, strecke ich mich und beginne, mich mit aller Kraft aufzusetzen. Ein Blick in die Innenkamera: Oh, die Wimperntusche hab ich nicht abgeschminkt und Überreste meines roten Lippenstifts haften da auch noch von letzter Nacht. Wozu auch Abschminken? Die letzten Tage waren geprägt von Feiertagen, die Zeit stand still.
In der Luft liegt immer noch der Geruch von Zigaretten und abgestandenem Sekt. Auf meiner Backe entdecke ich immer noch Konfetti, das wahrscheinlich seit Silvester hier klebt.
Wir sind in das neue Jahr gestartet und für den optimalen Start haben wir bereits alles getan, was in unserer Macht stand: Walzer getanzt, Blei gegossen, Wünsche auf Zettelchen geschrieben und verbrannt – und natürlich (meine persönliche Spezialität) um 00:01 Witze erzählt wie: „Ich habe letztes Jahr das letzte Mal geduscht.“ HeHeHe. Aber was wäre Silvester ohne sie? Die Protagonist:innen jeder Silvesternacht: Neujahrsvorsätze. Und ja, die gibt es auch in der Politik.
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Was wird sich 2026 ändern?
Die Durchzieher:
Wie es bei echten Vorsätzen so ist, gibt es jene, die schon ziemlich festgelegt sind und sogar ein Datum haben. Ganz so wie in der Politik bei den neuen AMS-Regelungen: Ab 1. Jänner 2026 darf man neben Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe grundsätzlich nicht mehr einfach dazuverdienen. Nur sehr eng geregelte Ausnahmen gelten etwa für bereits bestehende Nebenjobs, ältere Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Behinderung.
Und auch festgezurrt: Die KlimaTickets werden mit 1.1.2026 teurer: Das KlimaTicket Österreich kostet nun 1.400 Euro, das ermäßigte Ticket 1.050 Euro. 2025 gab es bereits einige Preissprünge, 2024 lag der Preis noch bei 1.095€, bzw. bei 780 Euro ermäßigt.
Die Glänzenden:
Dann gibt es politische Vorsätze, die gut klingen und im besten Fall auch wirken (zumindest in der Theorie). So soll mehr Transparenz im Arbeitsrecht her: Arbeitgeber:innen müssen künftig bereits bei der Anmeldung eines Arbeitsverhältnisses bei der Sozialversicherung klar angeben, wie viele Wochenstunden wirklich vereinbart sind. Das klingt gut, aber ob das wirklich alle Grauzonen stopft, bleibt abzuwarten. Und auch beim Wohnen gibt es so einen scheinbar glänzenden Vorsatz: Befristete Mietverträge sollen künftig mindestens fünf Jahre dauern, und mit einer neuen Mietpreisbremse sollen extreme Preissprünge begrenzt werden. Das soll Mieter:innen entlasten. Wie sehr, wird sich zeigen.
Die Nichtssagenden:
Dann gibt es Neujahrsvorsätze, die einfach nur da sind, damit sie da sind. Was wäre ein neues Jahr schließlich ohne KI? Ab August 2026 – wenn die nächste Stufe des EU-AI-Acts greift – müssen KI-generierte Inhalte klar gekennzeichnet werden, ebenso, wenn du mit Chatty chattest oder sie dir Texte generiert. Transparenz ist das Ziel. Revolution? Nur für diejenigen, die immer noch glauben, ihr Chatverlauf bleibe privat.
Die Aufschiebenden:
Und dann gibt es jene großen Themen, die wir uns immer wieder vornehmen, aber selten rasch abhaken: 2026 wird weiter über eine Vereinheitlichung der Sozialhilfe diskutiert, die in den Bundesländern unterschiedlich geregelt ist oder über die Verlängerung des Wehrdienstes. Ob daraus konkrete Beschlüsse werden, ist offen, wir können uns aber drauf einstellen, dass diese Debatten präsent sein werden.
Ich klopfe mir auf die Schultern, wenn ich meine Vorsätze aufschreibe. Wow, was für eine Macherin! Look at you, Queen. Aber, wie wir wissen: Die echte Prüfung kommt erst, wenn der Kater vorbei ist und der Alltag wieder übernimmt.
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Infos und Quellen
Daten und Fakten
- Ab 1. Jänner 2026 ist es für die meisten Arbeitslosen grundsätzlich nicht mehr möglich, zusätzlich zu Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe geringfügig dazu zu verdienen. Es gibt ein paar klar definierte Ausnahmefälle, bei denen ein Zuverdienst erlaubt sein wird.
- Mit Beginn 2026 tritt eine neue Mietrechtsregelung in Kraft, die unter anderem Mindestvertragslaufzeiten von fünf Jahren vorsieht und bei nicht regulierten Mieten eine Mietpreisbremse einführt, wenn die Inflation über drei Prozent liegt.
- Für Konsument:innen gelten ab 1. April 2026 ein gesetzlicher Anti-Mogelpackungs-Schutz, neue Regeln gegen ungerechtfertigte Parkplatzforderungen und ein Sozialtarif für Strom mit einem maximalen Netto-Preis von sechs Cent pro Kilowattstunde für einkommensschwache Haushalte.
- Außerdem werden die gesetzlichen Regeln für Altersteilzeit verschärft: Die Dauer der Altersteilzeit wird für Neuantritte schrittweise verkürzt, beginnend mit höchstens 4,5 Jahren im Jahr 2026 und noch weniger in den Folgejahren.
- Ab 2. August 2026 tritt im Rahmen des EU‑AI‑Acts eine verpflichtende Kennzeichnungspflicht in Kraft: Inhalte, die mithilfe von künstlicher Intelligenz erzeugt oder manipuliert wurden, müssen klar und deutlich als solche gekennzeichnet werden, damit Nutzer:innen erkennen können, ob ein Text, Bild, Video oder Audio von einer Maschine stammt oder verändert wurde.
Quellen
- AK Portal: Was sich 2026 ändert
- AMS: Geringfügige Beschäftigung von arbeitslosen Personen ab 01.01.2026
Das Thema in anderen Medien
- ORF.at: Politikjahr 2026: Regierung vor Zeit der Ungewissheit
- Finanz.at: Pensionen, Steuern & Arbeit: Das ändert sich ab Januar 2026 in Österreich
- Profil: Die wichtigsten neuen Gesetze im Jahr 2026
Das Thema in der WZ
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