)
Mit Beginn der aktuellen Heizsaison dürfte es für viele Haushalte wieder teuer werden. Neueste Daten zeigen, wie die Energiepreise über die Jahre hinweg gestiegen sind. Und welche Heizarten beliebter werden.
Der Winter steht vor der Tür. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. In vielen Haushalten laufen bereits die Heizungen. Doch das könnte teuer werden. Vor allem in schlecht isolierten Gebäuden bekommt die Bevölkerung die Energiekrise deutlich zu spüren.
- Kennst du schon?: Immer weniger Jobs: Was Arbeitsmarktdaten verraten
Auch dieses Jahr ist mit höheren Kosten zu rechnen. Eine WZ-Datenauswertung der Energiestatistik zeigt: Die Heizkosten sind aktuell so hoch wie noch nie – bei allen Energieträgern kam es zum Preisanstieg.
Fernwärme besonders teuer
Besonders die als klimafreundlich und effizient geltende Fernwärme legt im Preis ordentlich zu. In der letzten Heizperiode lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis für die Heizkosten landesweit bei über 21 Euro. Auf einen 70-Quadratmeter-Haushalt summiert: insgesamt 1.505 Euro. Doch wie kommt es zu dem Anstieg?
Wie Wien Energie im Oktober gegenüber dem Falter berichtete, bezieht der Energieanbieter die Energie für Fernwärme zum Großteil aus Gas – erst ab 2040 soll sie aus nachhaltigeren Mitteln wie Geothermie oder der Müllverbrennung bezogen werden.
Anders gesagt: Solange die Gaspreise steigen, steigen auch die Kosten für Fernwärme.
Obwohl Fernwärme in der vergangenen Heizperiode landesweit einen höheren Energiebedarf deckte als Erdgas, schneidet sie umwelttechnisch insgesamt besser ab.
Denn während Erdgas noch 201 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde (kWh) ausstößt, liegt der Emissionswert für Ferngas im österreichischen Durchschnitt bei 126 Gramm CO₂ pro kWh. Bei Fernwärme aus erneuerbaren Energien reduziert sich dieser sogar auf 26 Gramm CO₂ pro kWh.
Effizienz: Frage des Gebäudebestands
Wie die Daten zeigen, nimmt auch der Gesamtenergiebedarf aus Wärmepumpen aktuell stark zu, in den letzten zehn Jahren hat er sich verdreifacht. Doch der Energieverbrauch allein deckt nur einen Teil des Gesamtbilds ab – auch die Effizienz spielt hierbei mit.
Denn ein moderner Energieträger, wie eben die Wärmepumpe, heizt meistens in gut gedämmten Haushalten, in denen der Verbrauch grundsätzlich niedriger ist als in einem schlecht isolierten Altbau.
Und davon gibt es in Österreich viele, wie eine Recherchekooperation der WZ und dem Urban Journalism Network zeigt.
Wo was geheizt wird
Ebenfalls variieren die Energiekosten in den jeweiligen Bundesländern stark. Am kostengünstigsten bleibt Wien: Durchschnittlich zahlte man in der vergangenen Heizperiode weniger als zwölf Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In der Steiermark hingegen zahlt man für den Quadratmeter bereits um ein Drittel mehr.
Interessant bleiben auch die regionalen Unterschiede in der Art zu heizen. Während in den meisten Bundesländern bereits Fernwärme überwiegt, heizt man im Burgenland und in Niederösterreich hauptsächlich noch mit Holz oder Pellets.
In Tirol hingegen überwiegt der fossile Rohstoff Heizöl. Nur im benachbarten Bundesland Vorarlberg setzt der Großteil der Bevölkerung bereits auf die Wärmepumpe.
In der Grafik sind andere Energieträger wie Solarenergie oder Wärmepumpen nicht miteinbezogen. Denn gerade bei der Wärmepumpe setzen sich die Kosten hauptsächlich aus Stromkosten, die je nach Effizienz und Stromtarif variieren, und Wartungskosten zusammen.
Wer am Ende wie viel heizt
Die Umweltorganisation Global 2000 berechnete in einer Studie, dass sich der Umstieg auf Wärmepumpe finanziell dennoch lohnt, auch für alte Wohnhäuser, die vor 1970 gebaut wurden.
Denn mit Wärmepumpe sind jährlich mit 2.200 Euro Energiekosten zu rechnen – in kälteren alpinen Zonen mit bis zu 3.800 Euro. Bei einer Heizung auf Basis von grünem Wasserstoff steigen die Energiepreise bereits um rund 40 bis 50 Prozent.
Gerade bei Gemeinden mit einem hohen Pro-Kopf-Energieverbrauch zahlt sich der Umstieg auf energieeffizientere Energieträger kosten- und umwelttechnisch aus.
Dir hat dieser Beitrag besonders gut gefallen, dir ist ein Fehler aufgefallen oder du hast Hinweise für uns - sag uns deine Meinung unter feedback@wienerzeitung.at. Willst du uns helfen, unser gesamtes Produkt besser zu machen? Dann melde dich hier an.
Infos und Quellen
Gesprächspartnerin
- Pressestelle, Statistik Austria
Daten und Fakten
- Die Energiepreisdaten für diese Recherche stammen von Statistik Austria.
- Die Heizperiode legt Statistik Austria von Oktober bis April fest.
- Die letzte Erhebung der Energiepreise hat sich auf den Zeitraum Juli 2023 bis Juni 2024 bezogen.
- Die Werte für die Karte „Wo viel geheizt wird“ stammen aus den Daten des Energiemosaiks, welche anschließend mit den österreichischen Bevölkerungszahlen für 2022 berechnet wurden.
- Laut Eurac-Studie weist Österreich unter allen Ländern einen der höchsten Anteile an Wohngebäuden auf, die vor 1945 gebaut wurden. Im Wohnsektor überwiegen Einfamilienhäuser.
Quellen
- Statistik Austria: Energiepreise, -steuern
- Statistik Austria: Energieeinsatz der Haushalte
- Statistik Austria: Bevölkerung zu Jahres-/Quartalsanfang
- Austrian Energy Agency: Energiepreisindex
- Energiemosaik
- Umweltbundesamt: Österreichische Treibhausgas-Emissionsfaktoren
- Wärmepreise.at: Wärme- und Kältetarife | Plattform für Transparenz
- Energie.gv.at: Wie ist das Heizverhalten in den Bundesländern?
- E-Control 2024
- Falter: Die Fernwärme in Wien wird teurer
- Global 2000: Raus aus Gas: Klimafreundlich heizen im Kostenvergleich
)
)
)