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Warum deine Energierechnung auch im Sommer steigen wird

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In "Ökonowie" schreibt Elisabeth Oberndorfer wöchentlich, was im Wirtschaftsstandort Österreich so vor sich geht.
© Illustration: WZ / Katharina Wieser, Assets: Adobe Stock;

Die aktuelle Hitzewelle hat auch Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, die wir zum Teil gleich, aber auch nachgelagert zu spüren bekommen.


Das erste Halbjahr in der Wirtschaft war geprägt vom Nahost-Konflikt und den daraus resultierenden steigenden Kosten. Dabei hätten wir beinahe einen Krisenfaktor vergessen: die Klimakatastrophe. Die Hitzewelle beeinträchtigt nicht nur unsere Gesundheit und die Umwelt, sondern infolgedessen auch die Wirtschaft. Das Extremwetter hat gleich mehrere Folgen.

Wo die Produktivität sinkt

Wer bei 30 Grad im Home Office sitzt, spürt: Die Produktivität sinkt mit jedem Grad. Das Institut für Höhere Studien hat im Rahmen des EU-Projekts Sunrise 2024 errechnet, dass der Produktivitätsverlust im Zeitraum von 2041 bis 2070 jedes Sommerquartal rund fünf Prozent betragen wird. Besonders betroffen sind Arbeitsplätze mit hoher physischer Belastung, zum Beispiel im Baugewerbe und in der Landwirtschaft. Laut der Auswertung ist der Produktivitätsverlust außerdem in Gebieten mit hoher Bodenversiegelung höher.

Eine im Mai 2026 veröffentlichte Studie der Allianz Versicherung kommt zu dem Ergebnis, dass die Arbeitsleistung ab einer Temperatur von 30 Grad drastisch nachlässt und jedes weitere Grad drei Prozent weniger Wirtschaftsleistung pro Stunde bedeutet. Hinzu kommen Arbeitsausfälle durch Hitzebelastung. Bis zum Jahr 2030 wird der Anteil der Arbeitsstunden, die aufgrund von Hitzestress komplett ausfallen, weltweit bei 2,2 Prozent liegen.

Höherer Stromverbrauch

Mit der Hitze steigen außerdem die Energiekosten. Von 21. bis 27. Juni 2026 stiegen die Stromrechnungen im Vergleich zur Vorwoche in Deutschland laut der Umweltorganisation 350.org um 371 Millionen Euro, in Frankreich um 360 Millionen Euro. Die Hitzewelle bedingt einen höheren Kühlbedarf, weshalb der Stromverbrauch steigt. Außerdem belasten die hohen Temperaturen die Kraftwerke, was die Versorgungssicherheit langfristig beeinträchtigen könnte.

Auch wenn sich die Energiekosten im Hinblick auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zunächst stabilisieren könnten, wird der Klimawandel langfristig Einfluss darauf nehmen. Die steigenden Preise werden wir nicht nur in der Heizsaison, sondern auch im Sommer spüren, wenn Klimaanlagen und Ventilatoren laufen.

Hitzebedingte Inflation

Schließlich ist der persönliche Kontostand der Ort, an dem wir die wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise am schnellsten spüren. Das liegt einerseits am erwähnten Anstieg des Energieverbrauchs, andererseits kann auch die sinkende Produktivität die Verbraucherpreise steigen lassen. Einen direkten Effekt gibt es bei Lebensmitteln. Beeinträchtigt eine Hitzewelle den Anbau und die Ernte von Getreide, sinkt die Produktion, und die Nachfrage ist höher als das Angebot. Die dadurch entstehende Teuerung bezeichnet man als „Heatflation”.

Im Sommer 2022 führte die Hitze laut einer Auswertung der Europäischen Zentralbank zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise in der Eurozone um 0,78 Prozentpunkte. Bis zum Jahr 2035 prognostiziert die EZB eine Erhöhung der Nahrungsmittelinflation zwischen 0,92 und 3,23 Prozentpunkten. Zum Vergleich: Bei der Gesamtinflation werden nur 1,18 Prozentpunkte mehr pro Jahr erwartet.

Privater Konsum sinkt

Die sinkende Produktivität und steigenden Energie- und Lebensmittelpreise werden laut der Allianz-Studie die Kaufkraft negativ beeinflussen. Damit wirkt sich die Klimakrise auch negativ auf den privaten Konsum aus, der zum Beispiel in Frankreich zwischen 2026 und 2030 insgesamt um 5,9 Prozent zurückgehen könnte. In Ländern, die besonders vom Extremwetter betroffen sind, könnte die Wirtschaftsleistung im genannten Zeitraum bis zu sieben Prozent abnehmen, in Deutschland prognostiziert die Allianz einen Rückgang von rund drei Prozent, was einem Schaden von rund 115 Milliarden Euro entsprechen würde.

Die einzelnen Effekte wirken sich für Verbraucher:innen derzeit noch nicht massiv aus, doch über die nächsten Jahre könnten sie den Studien zufolge langfristige Folgen haben. In Summe bedeuten die andauernde Hitzewelle und die Klimakrise Wohlstandsverlust, den wir im Alltag spüren werden.

Elisabeth Oberndorfer schreibt jede Woche eine Kolumne zum Thema Ökonomie. Alle Texte findet ihr auch in ihrem Autor:innenprofil.


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Infos und Quellen

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