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Warum die Feuerwehr mehr Frauen braucht

Genese

60 Prozent der Neuzugänge bei den Feuerwehren in Österreich waren im vergangenen Jahr weiblich. Trotzdem ist die Feuerwehr immer noch männlich dominiert. Im Heimatort von WZ-Redakteur Mathias Ziegler zum Beispiel ist keine einzige Frau bei der Freiwilligen Feuerwehr – nicht, weil man dort keine Frauen will, sondern weil es einfach keine Bewerberinnen gab. Er ist der Frage nachgegangen, warum das so ist.

Daten und Fakten

Das Center of Fire Statistics weist in seinem Jahrbuch 2023 für Österreich einen Frauenanteil bei der Feuerwehr von insgesamt 6 Prozent aus. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 40 Prozent, gefolgt von Frankreich (22 Prozent), Südkorea (21 Prozent), der Slowakei (19 Prozent), Singapur (17 Prozent) Israel (16 Prozent) Kroatien und Neuseeland (je 15 Prozent), Russland (14 Prozent), Brunei und Slowenien (je 13 Prozent). Unsere Nachbarländer Deutschland und Schweiz kommen jeweils auf 9 Prozent, Italien auf bloß 3 Prozent. In den USA sind es übrigens 10 Prozent – die hohen Frauenanteile in den TV-Serien bilden also auch nicht unbedingt die Realität ab.

In einer anderen traditionellen Männerdomäne, beim Bundesheer, beträgt der Frauenanteil mittlerweile 13 Prozent. Hier sind rund 3.000 der insgesamt 22.000 Bediensteten weiblich, die meisten allerdings Zivilbedienstete, nur jede Fünfte ist Soldatin. Somit sind unter den etwa 16.000 Berufssoldat:innen lediglich 645 Frauen, was einen Anteil von 4 Prozent bedeutet. Die ersten Soldatinnen haben im Jahr 1998 ihre Ausbildung beim Heer begonnen. Für den Zeitraum 2020 bis 2025 wurde ein neuer Frauenförderungsplan für das Bundesministerium für Landesverteidigung erlassen, um die Ungleichbehandlungen weiblicher Bediensteter zu unterstützen und den Frauenanteil unter den Soldat:innen zu erhöhen.

Bei der Polizei werden seit 1991 Frauen in den uniformierten Exekutivdienst aufgenommen. Hier beträgt der Frauenanteil mittlerweile rund 30 Prozent. Zuletzt wurde der sportliche Teil des Aufnahmetests in die Ausbildung verlegt, um die Zahl der positiven Bewerbungen zu steigern. Schließlich sind österreichweit hunderte Planstellen unbesetzt. Tatsächlich haben sich heuer die Bewerbungen verdreifacht. Derzeit sind rund 2.300 Polizeischüler:innen in Ausbildung, ein Drittel davon Frauen.

Gesprächspartner:innen

  • Erich Amann, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Probstdorf

  • Franziska Amann, Oberverwaltungsmeister der Freiwilligen Feuerwehr in Probstdorf

  • Jürgen Figerl, Feuerwehrmann und Pressesprecher der Wiener Berufsfeuerwehr

  • Robert Mayer, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands

  • Barbara Pelikan, Oberlöschmeister der Freiwilligen Feuerwehr in Probstdorf

  • Thomas Schmallegger, Sprecher der Grazer Berufsfeuerwehr

  • Zwei Berufsfeuerwehrmänner wollten lieber anonym bleiben

Quellen

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