)
Der Nahost-Experte Sardar Aziz erklärt im Interview mit der WZ, warum Bashar al-Assad den Krieg letztlich doch verloren hat und wie sich Ahmad al-Sharaa als neue politische Figur in Syrien positionieren konnte.
Al-Sharaa gibt sich als eine Art liberaler Salafist.Sardar Aziz
Die Menschen unter einer Flagge zu einer Nation zu vereinen, ist nicht einfach.
Dir hat dieser Beitrag besonders gut gefallen, dir ist ein Fehler aufgefallen oder du hast Hinweise für uns - sag uns deine Meinung unter feedback@wienerzeitung.at. Willst du uns helfen, unser gesamtes Produkt besser zu machen? Dann melde dich hier an.
Infos und Quellen
Genese
Autor Markus Schauta verfolgt seit Beginn der Aufstände 2011 die Ereignisse in Syrien. 2020 bereiste er die von Assad kontrollierten Teile des Landes, war in Damaskus, Aleppo und im Alawitengebirge. Als das Assad-Regime Anfang Dezember 2024 zusammenbrach, interessierte er sich für die Hintergründe des überraschenden Sieges der Rebellen. Mit Sardar Aziz fand er einen Experten, der sich nicht nur ausführlich mit der Rolle Al-Sharaas befasste, sondern auch die geopolitischen Zusammenhänge rund um das Ende des Regimes im Blick hat.
Gesprächspartner
Sardar Aziz ist Forscher, Kolumnist und Schriftsteller und früherer leitender Berater des kurdischen Parlaments im Irak. Zu seinen Fachgebieten gehören die Regionalpolitik des Nahen Ostens, chinesisch-irakische Beziehungen und Theorie der Regierung. Er hat am University College Cork, Irland, über Staaten im arabischen Nahen Osten promoviert. Aziz schreibt auf Kurdisch und Englisch.
Daten und Fakten
Am 8. Dezember stürzten syrische Rebellen das Regime und beendeten damit über 50 Jahre Diktatur der Familie Assad. Vom Start der Offensive bis zum Einmarsch der Rebellen in Damaskus dauerte es gerade einmal zwölf Tage.
Ermöglicht wurde diese Blitzoffensive nicht nur durch die Schlagkraft der Rebellen, sondern auch durch die fehlende Kampfbereitschaft der syrischen Armee und die Schwäche der Verbündeten Assads – Russland und Iran. Wie Sardar Aziz im Interview darlegt, gab es außerdem Unterstützung von der Türkei und zumindest grünes Licht von Israel und den USA.
Die Zukunft Syriens ist damit freilich noch nicht entschieden. Es bleibt offen, ob Ahmad Al-Sharaa seinen gemäßigten Kurs fortsetzen wird und welches Modell er für ein post-Assad Syrien vorsieht. Welche Freiheiten er religiösen wie ethnischen Minderheiten zugestehen wird, spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Frage, ob es ihm gelingt, Sicherheitskräfte aufzubauen, die radikalere Gruppen innerhalb der Rebellen in Schach halten können.
Das Thema in der WZ
- Syrien: Aus Todesangst wird Hoffnung
- Warum die Lage für Syriens Frauen schlimmer werden könnte
Das Erbe des IS: Die Sorgen in Syriens kurdischen Gebieten
)
)
)