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Wie die EU Wälder und Moore schützen will

Genese

Im Zug der Verhandlungen um das EU-Renaturierungsgesetz stieß WZ-Redakteurin Christina Mondolfo immer wieder auf Berichte über natürliche Kohlenstoffsenken. Besonders Naturschutzorganisationen sprachen und sprechen sich immer wieder dafür aus, Wälder, Moore oder Seegraswiesen, aber auch Grasland und Mangrovenwälder zu schützen, anstatt in teure, energieaufwendige technische Verfahren wie Carbon capture and storage (CCS) zu investieren. Sie wollte daher mehr über diese Ökosysteme und ihre Funktionen im Kohlenstoffkreislauf wissen.

Daten und Fakten

  • Kohlendioxid, auch Kohlenstoffdioxid (CO2), ist eine chemische Verbindung aus einem Kohlenstoff- und zwei Sauerstoffatomen. Das Gas ist geruch- und farblos, nicht brennbar, in Wasser löslich und ungiftig. Es ist neben Stickstoff, Sauerstoff und Edelgasen ein Bestandteil der Luft und ein Treibhausgas. CO2 ist ein natürlicher Bestandteil organischen Lebens. Es entsteht bei der Atmung der meisten Tiere und wird bei der Energiegewinnung von Pflanzen durch Photosynthese benötigt. Außerdem verteilt sich das Treibhausgas in der Atmosphäre und reflektiert einen Teil der von der Erde abgestrahlten Wärme. Gemeinsam mit der Sonneneinstrahlung herrschen dadurch auf unserem Planeten Temperaturen, die Leben überhaupt erst möglich machen. Die negative Seite: Mittlerweile befindet sich CO2 im Übermaß in der Atmosphäre, es wird zu viel Wärme reflektiert beziehungsweise es kann zu wenig Wärme ins All entweichen - und auf der Erde wird es immer heißer. Und hat sich CO2 einmal in der Atmosphäre angereichert, baut es sich im Gegensatz zu anderen Stoffen nicht selbst ab.
    Dieses Zuviel an CO2 in der Atmosphäre liegt vor allem an der ungebremsten Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Dass Leben auf der Erde möglich ist, verdanken wir Ökosystemen wie Wäldern, Mooren, Grünland, Seegraswiesen oder Mangroven. Sie sind seit Jahrmillionen Teil des sogenannten Kohlenstoffkreislaufs: Dabei filtern Grünpflanzen CO2 aus der Luft und verarbeiten mit Hilfe von Sonnenlicht Kohlenstoffdioxid zu Glucose (der wichtigste Einfachzucker im Kohlenhydratstoffwechsel und notwendig für den Energiehaushalt) und Sauerstoff. Der Sauerstoff wird an die Umgebung abgegeben, übrig bleibt der Kohlenstoff. Deshalb nennt man diese Ökosystem auch natürliche Kohlenstoffdioxidspeicher oder „Kohlenstoffsenken“.
    Diesen Vorgang bezeichnet die Wissenschaft als „biologische Sequestrierung“, die natürliche Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid aus der Luft. (Im Gegensatz zu CCS, also Carbon capture and storage, das ein technisches, energieaufwendiges Verfahren zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid ist.)

  • Kohlenstoff ist ein chemisches Element mit dem Symbol C. Es kommt in der Natur sowohl in reiner Form, etwa als Diamant oder Grafit, vor, aber auch chemisch gebunden, etwa als Kohlendioxid, Erdöl oder Kohle. Kohlenstoff kann die meisten chemischen Verbindungen aller Elemente eingehen; er ist daher die Grundlage des Lebens auf der Erde.

  • Mit dem EU Green Deal soll der Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft geschaffen werden: Bis zum Jahr 2050 soll das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung entkoppelt sein und Nettoemissionen von Treibhausgasen der Vergangenheit angehören. Enthalten sind auch der Schutz, der Erhalt und die Verbesserung des europäischen Naturkapitals sowie Gesundheit und Wohlbefinden der Bürger:innen inklusive Schutz vor umwelt- und klimabedingten Risiken und deren Auswirkungen.

Quellen

Das Thema in der WZ

Hilft uns CO2-Speicherung in der Erde, das Klima zu retten?

Das Thema in anderen Medien

Taz.de: Schwaches EU-Renaturierungsgesetz: Zu wenig, zu spät