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Rund 4.170 Euro pro Monat kostet das Leben eines durchschnittlichen Haushalts in Österreich inzwischen. Das sind etwa 28 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren, wie neue Daten der Statistik Austria zeigen.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich lade mir inzwischen regelmäßig Apps herunter, die meine Gönnungs-Kosten eindämmen sollen: Apps für verbilligte Obst- und Gemüsesackerl, Apps mit 50-Prozent-Restaurantdeals, Apps, die mir anzeigen, wann es wo Prozente gibt. Und immer, wenn ich dann den halbierten Preis sehe, denke ich: „Genau das wäre es mir wert gewesen. Und keinen Euro mehr.“
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Wofür wir unser Geld ausgeben
Die Summe von 4.170 Euro verteilt sich wie folgt: In einem durchschnittlichen Haushalt (der besteht laut aktuellen Daten im Durchschnitt aus 2,17 Personen) entfallen 1.100 Euro auf Wohnen und Energie. Das sind 26,4 Prozent des Budgets und damit der größte Ausgabenposten. Seit 2019/20 sind die Kosten in diesem Bereich um 39 Prozent gestiegen: Also deutlich mehr als die Gesamtteuerung von 26,9 Prozent.
An zweiter Stelle steht Verkehr und Mobilität mit rund 570 Euro monatlich. Irgendwie klar: In ländlichen Gemeinden liegen die Ausgaben mit 761 Euro deutlich höher als in Wien. Mehr als 90 Prozent der Haushalte am Land verfügen über ein eigenes Auto, in der Bundeshauptstadt nicht einmal jeder zweite.
Für Ernährung werden durchschnittlich rund 480 Euro ausgegeben. In einer ähnlichen Größenordnung bewegen sich die Ausgaben für Freizeit, Sport und Kultur. Etwa 275 Euro fließen monatlich in Gastronomie.
Wie stark einzelne Bereiche ins Gewicht fallen, hängt jedoch vom Einkommen ab. Im untersten Einkommenszehntel machen Wohnen und Energie 46,7 Prozent der Ausgaben aus, im obersten 22,5 Prozent. Für Freizeit bleiben im unteren Bereich 3,2 Prozent, im oberen 14,3 Prozent.
Eh schon wissen
Jetzt haben wir es aber schon zur Genüge gehört! Es kommt uns bei den Ohren raus! Es macht keinen Spaß mehr: Es wird alles teurer. We got it!!!! Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, beziehungsweise es hingenommen. Ein Vergleich macht es aber nochmal deutlich: Seit 2019/20 sind die Haushaltsausgaben insgesamt um 28 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum legten die Preise laut Verbraucherpreisindex um 26,9 Prozent zu, die kollektivvertraglichen Mindestlöhne um 26,2 Prozent. Auf dem Papier also fast gleichauf! Der Haken: KV-Löhne sind Bruttowerte, was davon tatsächlich zum Ausgeben bleibt, ist nach Steuern und Abgaben deutlich weniger.
Teurer Durchschnitt
Einpersonenhaushalte geben im Schnitt 2.700 Euro im Monat aus, Haushalte mit vier oder mehr Personen hingegen 5.850 Euro. Pro Kopf sinken die Ausgaben mit wachsender Haushaltsgröße.
Und ja, auch Klischees finden sich in der Statistik: Männer geben deutlich mehr für Auto, Alkohol und Gastronomie aus, Frauen mehr für Körperpflege, Gesundheit und Bildung. Slay, Girlies! Die Beträge sind ähnlich hoch, die Zuschreibungen jedoch unterschiedlich. Was das unterm Strich heißt? Wir konsumieren nicht exzessiv. Wir finanzieren Normalität. 4.170 Euro im Monat sind kein Zeichen von maximaler Gönnung, sondern setzen sich aus Fixkosten zusammen.
Vielleicht ist das die ehrlichste Botschaft dieser Erhebung: Wir konsumieren nicht exzessiv. Wir finanzieren Normalität. Und Normalität ist in Österreich ziemlich teuer geworden.
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Infos und Quellen
Daten und Fakten
- 4.170 Euro pro Monat gibt ein durchschnittlicher Haushalt 2024/25 aus – das sind +28 % im Vergleich zu 2019/20.
- Der größte Ausgabenposten ist Wohnen und Energie mit 1.100 Euro bzw. 26,4 % des Budgets; in den unteren Einkommensgruppen sind es sogar 46,7 %.
- Die Ausgaben stiegen fast im Gleichschritt mit der Teuerung: Preise +26,9 %, kollektivvertragliche Mindestlöhne +26,2 % im selben Zeitraum.
Quellen
- Statistik Austria: Mehr als ein Viertel der Haushaltsausgaben entfällt auf Wohnen und Energie
- Wallstreet Online: Warum jetzt alles teurer wird – von der Butter bis zur Jeans
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