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Wissenschaft mit Witz

Genese

Marc Abrahams besuchte den 9. Wiener Ball der Wissenschaften Ende Jänner im Rathaus. WZ-Redakteurin Eva Stanzl interviewte ihn am Rande der ersten Wiener Ballvorlesung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des Wissenschaftsballs, bei der Marc Abrahams über seine Arbeit referierte.

Gesprächspartner

Marc Abrahams schreibt über Forschung, die die Menschen zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen soll. Er ist Herausgeber und Mitbegründer des Magazins The Annals of Improbable Research, kurz AIR (Jahrbücher unwahrscheinlicher Forschung) und Initiator und Zeremonienmeister der jährlichen Ig-Nobelpreis-Veranstaltung (vom Wort ignoble für unwürdig, unedel) für auf den ersten Blick absurd erscheinende Forschungsarbeiten, die aber keineswegs trivial sind. Marc Abrahams hat an der US-Spitzenuniversität Harvard Mathematik studiert, entschloss sich jedoch aus Liebe zum Schreiben und zu Forschungsfragen für eine Karriere als Autor, Medienherausgeber und Zeremonienmeister im Bereich Wissenschaftsvermittlung. Er schreibt außerdem eine Kolumne im populärwissenschaftlichen Fachmagazin ,New Scientist.

Daten und Fakten

Mit einer Portion Humor lässt sich das Schaffen von Wissen besser ertragen: Davon ist Marc Abrahams überzeugt. Immerhin gehorche der Beruf Wissenschaftler:in Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, geht schief. Beim Testen neuer Flugzeugmotoren in der Wüste von Kalifornien in den 1940er-Jahren befestigte die US-Army für die Testfahrt mit einer Puppe eine Rakete auf einem Wagen. Alles lief wie geplant, aber die Messinstrumente zeigten nichts an: Überall lauter Nullen. Da niemand vor Ort die Elektronik reparieren konnte, wurde der Spezialist Captain Edward Murphy, ein Air-Force-Ingenieur, eingeflogen. Neue Versuche wurden gemacht, aber wieder lauter Nullen. Murphys Befund der Lage wurde, wie Abrahams berichtet, nicht notiert, daher kennt niemand den genauen Wortlaut, aber überliefert ist er so: „Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief.“

Ein paar Jahre später wurde medial über das Projekt berichtet und der spätere Testfahrer des Raketenfahrzeugs gefragt, woher er den Mut genommen hatte, viele Male mit dieser gefährlichen Fracht herumzufahren. Er gab an, Murphys Gesetz besonders aufmerksame Beachtung geschenkt zu haben. Diese Herangehensweise ist äußerst wichtig im Ingenieurswesen: Ob man Leitungen in die Mauer legt oder ein Raumschiff ins All schickt, muss man immer alles bedenken, was schiefgehen könnte, darf also niemals schlampig arbeiten, sonst könnte es teuer werden und vor allem katastrophal enden.

Für Murphys Gesetz wurden zwei Ig-Nobelpreise vergeben. Neben dessen Entdeckung selbst erhielt ein Team, das berechnete, warum das Brot immer auf die Butterseite fällt, die Auszeichnung. „Die Mathematiker baten Schulkinder, die an Tischen saßen, ihre Butterbrote fallen zu lassen. "Die Landung auf der Butterseite hat demnach mit der Höhe von Esstischen zu tun. Die Tischhöhe erlaubt ihm genau diesen Spin“, sagt Abrahams. 

Quellen

The Annals of Improbable Research

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