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Die WZ-Reihe "What the Song Contest?" beantwortet die wichtigsten Fragen zum größten Musikevent der Welt – dem Eurovision Song Contest.
Jährlich sitzen Mitte Mai bis zu 180 Millionen Menschen weltweit vor dem Fernseher und sehen sich an, wie Sänger:innen aus den verschiedensten Ländern um den Sieg beim größten nicht-sportlichen TV-Event der Welt kämpfen. Der Eurovision Song Contest, kurz ESC, ist für Fans ein Fixpunkt im Kulturjahr.
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Doch woher kommt diese Veranstaltung? Was für Regeln gelten? Und wie funktioniert das Spektakel eigentlich? Wir erklären, was du grundsätzlich wissen musst.
Wie entstand der ESC?
Dass der ESC ein reines Friedensprojekt ist, ist nur die halbe Wahrheit. Das kriegsgebeutelte Europa der 1950er-Jahre war natürlich glücklich über jede vereinende und aufmunternde Veranstaltung. Gleichzeitig steckte das Fernsehen aber noch in den Kinderschuhen und an länderübergreifende Ausstrahlungen war kaum zu denken. Das wollte die Europäische Rundfunkunion EBU ändern. Der Zusammenschluss aus anfangs 23 Fernsehstationen in Westeuropa entschied: Man möchte zusammenarbeiten und Inhalte auf dem ganzen Kontinent ausstrahlen.
Anfangs waren es nur französische Festivals mit Feuerwerk oder niederländische Blumenschauen, für die der technisch aufwändige Prozess genutzt wurde. Die Krönung von Elisabeth II. zur Königin war dann das erste Format, das europaweit live gezeigt wurde. Ein britischer Journalist kürzte in seiner Berichterstattung über eine andere Übertragung den Ausdruck „European Television“ auf „Eurovision“ zusammen und schon hatte die neue Technologie auch einen Namen.
Teil 2 der Serie
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Der ESC enstand dann erst 1955 – als Vorbild dienten das im Radio übertragene Liederfestival Venedig und das Sanremo-Festival. Der erste Song Contest fand am 24. Mai 1956 in der Schweiz statt, weil sie am zentralsten liegt, um die Funksignale zusammenzuführen. Der Ort Lugano in der italienischen Schweiz wurde gewählt, um den Vorbildern Rechnung zu tragen. Und so begann die bis heute laufende Geschichte des ESC.
Was sind die offiziellen Regeln?
Der ESC besteht jährlich aus drei großen Live-Shows: Am Dienstag und Donnerstag treten fast alle Teilnehmerländer in zwei Halbfinal-Shows mit ihren Liedern gegeneinander an. Sie kämpfen um jeweils einen der insgesamt20 Plätze im Finale am Samstag. Dort immer schon gesetzt sind die „Big 5“, die fünf größten Geldgeber der EBU (beziehungsweise deren TV-Stationen): Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien und das Vereinigte Königreich. Auch das Gastgeberland ist immer direkt fürs Finale qualifiziert. Die Länder werden per Losverfahren ihrer jeweiligen Halbfinal-Show zugeordnet, in der sie dann auch nur abstimmen dürfen. Die Big 5 dürfen ebenso bei jeweils einem Halbfinale mitvoten.
Wie ein Land zu seinem Song und seinen Interpret:innen kommt, ist ihm überlassen: Manche Länder bestimmen sie intern, andere machen schon aus dem Vorentscheid eine große Show. Wichtig ist nur, dass das Lied nicht vor dem 1. September des Vorjahres veröffentlicht wurde und maximal drei Minuten lang sein darf. Bis 1998 mussten alle Länder in einer ihrer Amtssprachen singen, inzwischen ist jede Sprache erlaubt. 2024 sang das australische Duo „Electric Fields“ mit „One Milkali“ sogar ein Lied unter anderem in der Sprache der Anangu, einem indigenen Volk in Australien.
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Pro Act dürfen maximal sechs Personen auf der Bühne sein, die Künstler:innen müssen am Tag der ersten Probe mindestens 16 Jahre alt sein. Die 2020 wegen der Corona-Pandemie eingeführte Regel, dass auch Hintergrundgesang vom Band kommen darf, wurde inzwischen wieder aufgehoben: Die Musik ist Playback, der Gesang immer live. Bis 1998 sorgte sogar ein Live-Orchester für die Musik.
Und dann kommt das eigentliche Highlight vieler Fans: die Punktevergabe. Im Finale gibt es von jedem teilnehmenden Land (auch jenen, die im Halbfinale ausgeschieden sind) Punkte von einer Fachjury und aus dem Publikum. Es wird in jedes Land geschaltet und die Repräsentant:innen der Länder nennen die Punkte der lokalen Jury: 1 bis 8, 10 und 12 Punkte. Nachdem alle Länder durch sind, werden die Punkte des Zuschauervotings gesammelt auf die Länder verteilt, angefangen mit dem nach dem Juryvoting Letztplatzierten. So bleibt es bis zum Ende spannend und die Gewinner:innen sind wirklich erst ganz am Schluss bekannt.
Welche Besonderheiten gibt es sonst noch?
Australien ist beispielsweise nur dabei, weil die Menschen in Down Under schon seit Jahrzehnten frühmorgens aufstehen, um sich den ESC im Fernsehen anzusehen. Im Jahr 2015 war es der ESC in Wien, zu dem das Land erstmals auch als Teilnehmer eingeladen wurde. Seitdem wird Australien jedes Jahr wieder vom austragenden Land gefragt. Sollte Australien jedoch mal gewinnen, wird der nächste ESC trotzdem in einem europäischen Land ausgetragen.
Wie bei anderen Großevents kann man auf die Ergebnisse des ESC auch wetten. Nicht immer geben die Wettquoten auch ganz genau die Sieger:innen wieder, oft bieten sie aber eine Tendenz: 2025 war die schwedische Band KAJ mit ihrem Song übers Saunieren beispielsweise bis zum Schluss in den Wettquoten vor Österreichs JJ, der am Ende gewann.
Unabhängig aller Wetten und Regeln soll der ESC einfach Freude bereiten – an der Show, der musikalischen Vielfalt und der Stimmung.
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Infos und Quellen
Quellen
- Zur Geschichte der EBU
- Tipps und Wetten auf den ESC
- Regelveränderungen im Jahr 2026
- Die offiziellen ESC-Regeln der EBU
Das Thema in der WZ
- Teil 2: Warum lieben die Girls und Gays den ESC so?
- Teil 3: Was macht Schweden beim ESC so erfolgreich?
- Teil 4: Wie politisch ist der ESC?
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