Seit neun Jahren braut Josef Moser aus Inneralpbach Bier. Vom Brauen, zum Flaschendesign bis hin zum Betrieb – der 53-Jährige betreibt eine Ein-Mann-Brauerei. Ein natürliches, einheimisches Bier, das sich nicht nur in der Region immer mehr an Beliebtheit erfreut.

Die Gemeinde Alpbach durfte sich aufgrund der guten Wasserqualität als erstes Dorf Europas "Kristallgemeinde" nennen. Daher komme der Name "Kristallbrauerei", erklärt Josef Moser. Denn Wasser sei das Geheimnis seines Bieres: "Für einen Liter Bier braucht man immerhin 10 Liter Wasser." Im oberösterreichischen Grieskirchen, wo er die Gerste herbekommt, sei das Wasser sehr hart. In Inneralpbach ist das Gegenteil der Fall, weil es hier kein Kalkgestein in unmittelbarer Nähe gibt und so hat das Wasser einen niedrigen Ph-Wert. Dieses Detail und noch viel mehr hat Moser über 25 Jahre hinweg zusammengesucht. Schon 1981 ließ er erstmals das Wasser überprüfen. So lange nämlich hat der ehemalige Fernfahrer und Konstrukteur von seiner Brauerei geträumt, ehe er sie im Jahr 2006 in die Tat umsetzte. Er pendelte nach Wien, um bei der Brauerei Salm zu lernen. In der Garage des Transportunternehmens seines Bruders, baute er sich selbst alles was er brauchte. Eine halbe Million Euro Startkapitel steckte er in das Projekt. Ob da ein bisschen Verrücktheit dazugehöre? Nicht nur ein bisschen, lacht Moser.

Mittlerweile produziert er bis zu 70.000 Liter Bier im Jahr. Mehr als die Hälfte davon nimmt ihm die Münchner Käfer Feinkost ab, einen Teil die gehobene Gastronomie in Kitzbühel und Innsbruck. Den Rest verkauft er direkt in seiner Brauerei. Kellerbier, Zwickl, Weizen und Weihnachtsbock gibt es in schwarzen Tonflaschen zu verkaufen, die Moser selbst designt hat – 0,75 Liter kosten ab Hof 4,50 Euro. Ab und zu experimentiert er auch und macht ein Saisonbier, mit Erdbeere oder Zirbe zum Beispiel. "Für die Damen, die mögen ja oft was leichteres, süßes", scherzt er.

Was das schwierigste für eine kleine Brauerei sei? Der Vertrieb, sagt Moser sofort. Das habe bei ihm durch Mundpropaganda funktioniert, nachdem er einer Kundin eine Flasche von seinem Bier geschenkt hat und die das Geschenk zuhause mit Freunden verkostete. "Meinen ersten großen Auftrag bekam ich für ein Polo-Turnier in Kitzbühel. Ich wusste eigentlich gar nicht was mich da erwartet, weil ich das Event nicht kannte. Es hat mich umgehauen, als ich dort ankam und dieses riesengroße Zelt sah", erinnert sich Moser. Und so führte das eine zum anderen.

"Zapf es dir einfach selbst, ich komm dann rüber", sagt er zu einer Besucherin, die im Verkostungsraum nebenan ein Glas trinken möchte. "Kannst du einer Stunde noch einmal kommen, dann kann ich dir frisch abfüllen", sagt er zu einer anderen Touristin, die sich zwei Flachen kaufen möchte. Mit Braumeister Josef Moser ein Interview zu führen ist gar nicht so einfach. Denn immer wieder kommen Menschen in die umgebaute Garage in Inneralpbach. "So funktioniert das bei uns, alles ist entspannt, Wir sind auf 1.000 Meter, Siezen gibt es hier sowieso nicht", sagt er. Und so heißt es einfach Geduld üben, während er für die Preisverleihung eines Kegelturniers in der Nähe Flaschen abfüllt. Mittlerweile ist man auch in der Region auf den Braumeister aufmerksam geworden. Auch für die Gastronomie, die zur Zeit des Europäischen Forums Alpbach im sonst leerstehenden Hallenbad betrieben wird, liefert er Bier. Besser als die sonstige "Industriesuppe", sind die Stipendiaten dort begeistert.