Alpbach. (est) "Obwohl Österreich nicht weniger als drei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Unis, Wissenschaft und Forschung investiert, haben wir eine unbefriedigende Innovationsdynamik." Diese Worte fand der Chef des Forschungsrats, Hannes Androsch, im Vorfeld der heute, Donnerstag, startenden Alpbacher Technologiegespräche: "Input und Output sind nicht ausreichend korreliert." Problematisch seien vor allem die Unterdotierung der Grundlagenforschung und eine kleinteilige Förderlandschaft.

"Wir haben doppelt so viele Unis wie die Schweiz und auf dem Papier doppelt so viele Studenten, aber nicht ein Drittel der Finanzierung. Wir sind in manchen Bereichen sehr gut, aber die Uni Wien ist Nummer 160 in Rankings. Und wir reden von forschungsbasierter Lehre, haben aber nicht den Spielraum, um die Forschungsbasis abzudecken", sagte Androsch vor Journalisten.

Kleinteilige Förderstruktur


60 Prozent der heimischen Forschungsausgaben kommen von Unternehmen und Industrie, 40 Prozent von der öffentlichen Hand. Von einer "zerklüfteten, zersplitterten Förderstruktur" sprach Georg Kapsch, Chef der Industriellenvereinigung. Hintergrund ist ein Bericht des Rechnungshofs. Demnach schütten hierzulande 240 Organisationen Forschungsförderung aus. "Da ist ein Topf mit fünf Millionen, da einer mit 20, und wenn 30 Millionen drin sind, sind wir ganz stolz. In Silicon Valley fängt man bei solchen Beträgen gar nicht zu denken an", sagte Kapsch. Forschungsförderung sollte zudem nicht in drei, sondern in nur einem "Ministerium für Innovation" gebündelt werden.

Androsch ist für Schwerpunktsetzung: "Ob wir uns massiv auf autonome Autos fokussieren sollten, weiß ich nicht, denn es mangelt an der digitalen Vernetzung. Aber in Innsbruck würde sich ein Europäisches Zentrum für Quantenphysik lohnen", sagte er: Der Kostenpunkt wären 100 Millionen Euro. Besonders in diesem Lichte sei es enttäuschend, dass aus der Nationalstiftung nur zusätzliche 50 Millionen Euro an die Grundlagenforschung gehen.