Geschäftszahl: 2020-0.377.996

Planstelle im Bundesministerium für Justiz

Gemäß § 2 Abs. 1 Z 1 des Ausschreibungsgesetzes 1989 (AusG) wird in der Zentralstelle des Bundesministeriums für Justiz mit Wirksamkeit vom 1. September 2020 die Funktion der Leitung der für legistische Angelegenheiten für das gesamte Strafrecht im innerstaatlichen, europäischen und internationalen Bereich eingerichteten Sektion IV – Strafrecht (Arbeitsplatzwertigkeit A1/8 bzw. v1/6) zur Besetzung ausgeschrieben.

Der Aufgabenbereich der Leitung der Sektion IV – Strafrecht umfasst im Wesentlichen:

Koordination der den Fachabteilungen IV 1 – Materielles Strafrecht, IV 2 – Strafrechtliche Nebengesetze und multilaterale Zusammenarbeit in Strafsachen und IV 3 – Strafverfahrensrecht zugewiesenen Aufgaben und zwar Angelegenheiten des Strafgesetzbuches, der strafrechtlichen Nebengesetze, des Strafvollzugs­gesetzes und des Bewährungshilfegesetzes (soweit nicht die Generaldirektion für den Strafvollzug und den Vollzug freiheitsentziehender Maßnahmen zuständig ist), des Jugendgerichtsgesetzes einschließlich der Bestimmungen für junge Erwachsene (im Zusammenwirken mit der Abteilung III 4), der Jugendgerichtshilfe, des Suchtmittelgesetzes, des Mediengesetzes, des Pornografiegesetzes, des Verbotsgesetzes, des Finanzstrafrechtes, des Außenhandelsrechtes, des Lebensmittelrechtes, des Weingesetzes, des Immaterialgüterrechts, des Banken-, Börse- und Devisenrechts und anderer wirtschafsstrafrechtlicher Nebengesetze; die Wahrnehmung justizieller Interessen der Geldwäschebekämpfung; Angelegenheiten des Auslieferungs- und Rechtshilfegesetzes (ARHG) sowie des Bundesgesetzes über die justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen mit den Mitgliedstaaten der EU (EU-JZG); multilaterale Verträge über die Auslieferung, die Rechtshilfe in Straf­sachen, die Vollstreckung von Strafurteilen, die Übernahme der Strafverfolgung, die Überwachung bedingt Verurteilter oder bedingt Entlassener, je mit Ausnahme der Einzelsachen; Angelegenheiten der Strafprozessordnung und allgemeiner Fragen des Strafverfahrensrechts, einschließlich des Opferschutzes und der ­Opferbelange; Angelegenheiten des Geschworenen- und Schöffengesetzes, des Strafregistergesetzes, des ­Tilgungsgesetzes, des Strafrechtlichen Entschädigungsgesetzes (im Zusammenwirken mit der Abt. I 2), des Amnestiegesetzes und der strafrechtlichen Gebührenvorschriften; Angelegenheiten des Staatsanwaltschaftsgesetzes und der Durchführungsverordnung hiezu; Kontaktstelle in strafrechtsrelevanten Angelegenheiten der Korruptionsbekämpfung; Beteiligung an den strafrechtlichen Arbeiten der EU und anderer internationaler Organisationen; als Anlauf- und Koordinierungsstelle in GRECO; Mitwirkung an den schriftlichen ­Äußerungen der Bundesregierung in Verfahren vor dem Verfassungsgerichtshof und in Verfahren vor dem Gerichtshof der Europäischen Union; Anfragen aus dem Ausland über österreichisches Strafrecht, multi­laterale Zusammenarbeit in Strafsachen und des Strafverfahrensrechts; Evidenz ausländischer Strafgesetze und der Entwürfe solcher Gesetze, der Arbeiten auf dem Gebiet der Kriminologie; Begutachtung der Entwürfe von Gesetzen, Verordnungen und Erlässen des Bundes und der Länder aus strafrechtlicher und strafverfahrensrechtlicher Sicht; Koordination und Redaktion des Justizteils des Sicherheitsberichts der Bundesregierung und der Kriminalstatistik.

Neben dem sich aus dem Aufgabengebiet für die ausgeschriebene Funktion ergebenden fachlich-inhaltlichen Anforderungsprofil für Führungsfunktionen in der Zentralstelle des Bundesministeriums für Justiz allgemein werden zusätzlich noch folgende besondere Fähigkeiten und Kenntnisse erwartet:

Fach- und Managementwissen:

Langjährige und umfassende Erfahrung in der Strafrechtslegistik; Bewährung bei der Planung, Entwicklung und Durchführung von Projekten in strafrechtlichen Angelegenheiten; Gute Kenntnis von und Betreiben der Vernetzung mit anderen inländischen und europäischen/internationalen Institutionen und Stellen; Verständnis für internationale Zusammenhänge und Abläufe, Mitwirkung an der Weiterentwicklung des europäischen Strafrechtsraumes bei gleichzeitiger Bereitschaft zur Durchsetzung österreichischer Interessen und unter Respektierung unterschiedlicher Rechtstraditionen; ausgeprägtes Verständnis für Grundrechte.

Lösungs- und Umsetzungskompetenz:

Fähigkeit zu analytischem und vernetztem Denken und Handeln; konsequente Zielverfolgung, ausgeprägte Organisations- und Koordinierungsfähigkeit; Initiative und Entscheidungskraft; Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen.

Persönliche Anforderungen:

Ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, insbesondere ausgeprägte Eignung zur Führung und Motivation von Mitarbeiter*innen; Verantwortungsbewusstsein und absolute Verlässlichkeit; repräsentatives Auftreten und Überzeugungskraft; Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit.

Die Justiz ist bestrebt, den Anteil der Frauen in Leitungsfunktionen zu erhöhen. Bewerbungen von Frauen für die ausgeschriebene Planstelle sind daher besonders erwünscht. Bei gleicher Eignung ist Bewerberinnen der Vorrang gemäß den §§ 11b und 11c B-GlBG einzuräumen.

Für die ausgeschriebene Funktion gelten die Ernennungserfordernisse für den rechtskundigen Dienst gemäß Z 1.19 der Anlage 1 zum Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979 und die Ernennungsvoraussetzungen zur/zum Richter*in gemäß § 26 Richter- und Staatsanwaltschaftsdienstgesetz. Erwünscht sind Erfahrungen aus qualifizierten Tätigkeiten oder Praktika in einem Tätigkeitsbereich außerhalb der Zentralstelle des Bundes­ministeriums für Justiz.

Bei der ausgeschriebenen Funktion handelt es sich um eine gemäß § 1 Abs. 3 AusG Inländer*innen und vorbehaltene Verwendung.

Für die ausgeschriebene Funktion beträgt der Monatsbezug nach § 31 Abs. 2 Z 2 Gehaltsgesetz 1956 mindestens 9.890,80 Euro bzw. nach § 74 Abs. 2 Z 2 Vertragsbedienstetengesetz 1948 mindestens 9.316,20 Euro.

Ende der Bewerbungsfrist: 31. Juli 2020

Bewerbungsgesuche müssen die Gründe enthalten, die die Bewerber*innen für die Ausübung der ausgeschriebenen Funktion geeignet erscheinen lassen und sind bis einschließlich 31. Juli 2020 unmittelbar beim Bundesministerium für Justiz einzubringen.

26. Juni 2020

Für den Bundesminister:

Dr. Alexander Pirker, MBA

Elektronisch gefertigt 516340