Bashir selbst hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert, weshalb die Aussage seines Parteifreundes mit Vorsicht zu genießen ist. Die Ankündigung macht aber laut Beobachtern deutlich, dass der seit 1989 mit eiserner Faust herrschende Machthaber immer mehr unter Druck gerät.

So kam es auch im Sudan zu Protesten. Diese erreichten zwar bei weitem nicht die Ausmaße der Demonstrationen in Ägypten oder Tunesien und wurden von den Sicherheitskräften gewaltsam und schnell niedergeschlagen. Allerdings könnten die Proteste jederzeit wieder aufflammen und sich ausweiten - zumal die soziale Lage immer angespannter ist und sich Grundnahrungsmittel zuletzt verteuerten.

Zudem verliert Bashir wegen der bevorstehenden Spaltung des Sudans an Unterstützung. Der Südsudan hat sich in einem Unabhängigkeitsreferendum für seine Souveränität entschieden. Im Norden, der Bashir und seiner Partei in Zukunft zum Regieren verbleibt, wird der Präsident dafür von vielen Bürgern verantwortlich gemacht.

Und auch der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag wegen Kriegsverbrechen in Darfur treibt Bashir teilweise in die Enge. Manche Parteifreunde sollen den Präsidenten deshalb als Belastung empfinden und sich von ihm abwenden. Gleichzeitig gelang es aber Bashir immer wieder, den Haftbefehl als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Sudans zu instrumentalisieren und seine Anhänger noch stärker hinter sich zu scharen.

Offiziell sollen durch Bashirs Verzicht auf ein Antreten demokratische Reformen eingeleitet werden. Diese hat die NCP aber schon öfters versprochen und nicht gehalten. Ein Beispiel dafür sind die Wahlen im Jahr 2010, die manipuliert wurden.