Wien/Straßburg. Europarats-Generalsekretär Thorbjörn Jagland hat anlässlich der Befreiung des Nazi-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vor 70 Jahren durch Sowjet-Soldaten die Bedeutung universeller Menschenrechte betont: "Der Holocaust kam auf dem Rücken eines totalen Zusammenbruchs der Menschenrechte", erklärte Jagland in einer Aussendung.

Angesicht von wachsendem Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Hassreden "müssen sich die politischen Führer neu zur Einhaltung der Menschenrechte bekennen", so der Norweger, der am Nachmittag an den Gedenkfeiern in Auschwitz teilnehmen wird.


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Die OSZE hat eine Dokument darüber zusammengestellt, wie in ihren Mitgliedstaaten des Holocaust gedacht wird und wie über ihn gelehrt wird.
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Auch der amtierende Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Serbiens Außenminister Ivica Dacic, betonte die Wichtigkeit, heute gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz aufzustehen. "Die Lektion, die wir aus der Vergangenheit gelernt haben, muss uns helfen, Vorurteile zu überwinden und derartige Katastrophen in der Zukunft zu verhindern, genauso wie Stabilität, Sicherheit und soziales Wohlergehen innerhalb und zwischen Gesellschaften zu stärken", so Dacic in einer Aussendung.

Rabbi Andrew Baker, der Persönliche Vertreter des OSZE-Vorsitzenden in Sachen Kampf gegen den Antisemitismus, erklärte: "Während betagte Überlebende und Augenzeugen den 70. Jahrestag begehen, sehen wir traurigerweise eine wachsende Zahl europäischer Juden, die unsicher und besorgt sind, was ihre Zukunft betrifft. Unsere Erinnerung muss von einem Handeln begleitet werden, das Wiederaufkeimen des Antisemitismus zu bekämpfen." Die OSZE wird beim Gedenken in Auschwitz am Nachmittag durch den Leiter des in Warschau ansässigen OSZE-Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODHIR), Michael Georg Link, vertreten.