Moskau betonte seine Bereitschaft zu Dialog mit Washington, die verbliebenen offen Gesprächskanäle müssten genutzt werden, um militärische "Vorfälle" zu verhindern. Gleichzeitig warf Russland Großbritannien vor, an dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Man habe dafür "Beweise".

Frankreichs Präsident Macron telefonierte mit Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach mit Trump und mit Putin. Zudem soll es bereits ein Telefonat zwischen Putin und Trump gegeben haben.

Syrien bereitete sich jedenfalls auf einen Luftangriff vor. Staatliche und militärische Einrichtungen in Damaskus waren in Alarmbereitschaft, militärische Stützpunkte wurden evakuiert, Kampfjets und Panzer im Gelände versteckt. In vielen Behörden wurde die Zahl der anwesenden Mitarbeiter verringert. Ein dpa-Reporter meldete, in den vergangenen Tagen habe der Verkehr auf den Straßen der Hauptstadt deutlich abgenommen.

USA verfügen über genügend militärische Mittel

Klar ist, dass die USA theoretisch zu einem umfassenden Militärschlag in der Lage sind. Die US Navy hat zwei Kriegsschiffe - den Zerstörer "USS Donald Cook" und die "USS Porter" - im östlichen Mittelmeer stationiert. Beide Schiffe könnten 120 Marschflugkörper abfeuern, sie befinden sich in Reichweite zum syrischen Festland. Dazu kommt, dass auf dem Luftwaffenstützpunkt im türkischen Incirlik bis zu 100 amerikanische Flugzeuge bereit stehen, dazu haben die USA zuletzt noch in Katar einige Kampfflugzeuge stationiert.

Die Franzosen haben in Katar Flugzeuge vom Typ Rafale stationiert, mit denen sie Ziele in Syrien angreifen können. Zudem wurde am Mittwoch bekannt, dass die französische Fregatte Aquitaine im Mittelmeer kreuzt. Das Kriegsschiff könnte gleichzeitig 16 Marschflugkörper vom Typ Scalp abfeuern.

Russland hat die militärischen Mittel, um auf einen US-geführten Angriff zu antworten. Experten gehen aber davon aus, dass die russischen Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400 bei stärkerem Raketenbeschuss überfordert wären. Zudem hat Russland einige Kriegsschiffe vor Syrien stationiert. Insgesamt sind die russischen Kräfte in und um Syrien aber begrenzt.