Wien. Förderungen für bestimmte Ansparprodukte haben wohl das Ihrige dazu beigetragen, die Sorge, dass die staatliche Pension am Ende des Tages nicht ausreicht, den Rest: In einer Online-Umfrage von Meinungsraum.at im Auftrag des Fachverbands der Pensionskassen haben 54 Prozent der befragten 14- bis 30-jährigen Arbeitnehmer angegeben, eine private Pensionsvorsorge abgeschlossen zu haben.

Insgesamt zweifeln 75 Prozent der jungen Arbeitnehmer daran, dass die staatliche Pension später einmal für sie ausreichen wird. 56 Prozent glauben, dass ihnen daraus 60 Prozent oder weniger ihres Letzteinkommens zur Verfügung stehen werden.

Dabei wollen sie jedoch nicht nur in Eigenregie Vorsorge treffen: Derzeit haben lediglich 20 Prozent der 14- bis 30-jährigen Arbeitnehmer Anspruch auf eine zusätzliche Firmenpension. Von jenen, die nicht dazugehören, wünschen 75 Prozent ebenfalls einen Arbeitgeber-Beitrag zur Pension.

Gespräch mit Fekter

Hier hakt nun die Pensionskassen-Branche, die einen Teil der Firmenpensionen verwaltet, ein: Fachverbands-Obmann Andreas Zakostelsky will auch Kleinunternehmen davon überzeugen, ihren Mitarbeitern Firmenpensionen anzubieten. Derzeit habe ein Arbeitnehmer bei einem Großunternehmen acht Mal höhere Chancen auf eine betriebliche Zusatzpension als jemand, der bei einer Kleinfirma beschäftigt ist, so Zakostelsky.

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Er betont, dass die Einzahlungen in eine Pensionskasse als Betriebsausgabe absetzbar sind. Laut Umfrage sind für immerhin 37 Prozent der jungen Arbeitnehmer Firmenpensionen ein Argument bei der Auswahl ihres Arbeitgebers. Zakostelsky wünscht sich eine Verankerung von Betriebspensionen in Kollektivverträgen und steuerliche Anreize für Arbeitnehmer, die die Möglichkeit nutzen, selbst Zusatzbeiträge zu ihrer Firmenpension zu leisten.

Was die - nun schon seit Jahren debattierte - Novellierung des Pensionskassengesetzes betrifft, wollen die Branchenvertreter demnächst von der Politik erfahren, ob eine solche kommen wird beziehungsweise wie diese aussehen könnte. Man werde noch vor dem Sommer das Gespräch mit der neuen Finanzministerin Maria Fekter suchen, so Zakostelsky zur "Wiener Zeitung". Schließliche interessiere die Kunden, was in Zukunft geplant ist.

Angedacht ist die Novellierung, weil die Finanzkrise Schwachstellen im Pensionskassensystem offenbart hat und weil es Probleme mit zu optimistisch dotierten Altverträgen gibt.