Im Zweifel für Europa: So könnte man die EU-Politik der Neos zusammenfassen. Am Ende soll eine europäische Republik stehen, "nicht heute, nicht morgen, aber als Perspektive in 15 Jahren". Ist das dann nicht ein Projekt an den Bürgern vorbei? Nein, denn bei dem Verfassungskonvent, der die Grundlagen dafür schaffen soll, sollen auch die Bürger eingebunden sein.

Man sieht: Ein rosa Faden ist nicht leicht bei Neos aufzuspüren. Das ist auch nicht leicht für eine junge Partei in einer komplizierten Welt, und vielleicht ist es auch nicht einmal das Ziel. Und eine gewisse Unübersichtlichkeit stellt sich, sieht man vom Chef Matthias Strolz ab, auch beim Personal ein. Ob Griss jetzt kandidiert oder nicht, war über Monate hinweg ein beliebtes Ratespiel. Im Vorfeld des Wahlkampfs werden Unterstützer präsentiert, die aber, wie im Fall des Europaexperten und ehemaligen ÖVP-Politikers Heinrich Neisser, bei ihrer alten Partei bleiben, oder gleichzeitig, wie Datenschützer Max Schrems, für die Wahl eines anderen Spitzenkandidaten werben.

Aber wie gesagt: Vielleicht leben Neos nur jetzt schon vor, wie bald alle Parteien sein werden. Offene Vorwahlen inklusive.