Beirut. Der Bürgerkrieg in Syrien zieht Kreise, immer öfter gerät der benachbarte Libanon in den Bannkreis des Konflikts. Am Freitag detonierten in der nordlibanesischen Stadt Tripoli zwei Autobomben, mindestens 43 Menschen wurden getötet und weit mehr als 500 verletzt. Die anscheinend koordinierten Explosionen ereigneten sich zum Ende der Freitagsgebete vor zwei Moscheen in der vor allem von Sunniten bewohnten Stadt. Die beiden Anschläge sind die blutigsten seit dem Ende des libanesischen Bürgerkriegs, der den einst blühenden Staat von 1975 bis 1990 erschütterte.

Über Tripoli waren dicke schwarze Rauchwolken zu sehen, zahlreiche Krankenwagen rasten zu den Schauplätzen der Anschläge. Fernsehbilder zeigten Tote und zerstörte Autos, einige Fahrzeugwracks brannten. Zum Zeitpunkt der Anschläge verließen Betende gerade die Moschee Al-Taqwa, ein zweiter Sprengsatz detonierte einige Minuten später in der Nähe einer Moschee im Hafenviertel Al-Mina. In Tripoli gibt es seit einigen Monaten blutige Konflikte zwischen Sunniten, die mehrheitlich die Aufständischen in Syrien unterstützen, und Alawiten, die auf der Seite des syrischen Machthabers Bashar al-Assad stehen. Vor einer Woche waren bei einem Autobombenanschlag in einem schiitischen Vorort Beiruts 27 Menschen getötet und 336 verletzt worden.

"Assad steckt hinter

Giftgas-Angriff"

London geht unterdessen davon aus, dass das Regime Assad hinter dem verheerenden Chemiewaffeneinsatz in einem Rebellenviertel im Osten Damaskus steckt. Der britische Außenminister William Hague meinte: "Ich weiß, dass manche Menschen gerne sagen würden, es handelt sich um eine Art Verschwörung der syrischen Opposition. Ich glaube aber, dass die Chancen dafür verschwindend gering sind und daher glauben wir, dass es sich um einen chemischen Angriff des Regimes Assad handelt."