Italiens Außenministerin Emma Bonino warnte hingegen vor einem übereilten direkten Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg.

Beweise zerstört?

Hague äußerte zuvor die Befürchtung, dass Beweise bereits zerstört worden sein könnten. Nach Artilleriebeschusses in der Gegend seien Beweise vermutlich nicht mehr zu finden, sagte er am späten Sonntag in London. "Wir müssen realistisch sein angesichts dessen, was das UNO-Team erreichen kann", fügte Hague hinzu. Für eine Verantwortung der Regierung gebe es aber "schon jetzt viele Beweise".

Ban Ki-moon forderte erneut "uneingeschränkten Zugang" für die UNO-Experten. "Die Welt schaut auf Syrien", sagte er und fügte hinzu: "Was nach einem schlimmen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aussieht, dürfen wir nicht ungestraft lassen." Ein Erfolg der Expertenmission sei "im Interesse aller". "Jeder Einsatz von Chemiewaffen von wem und unter welchen Umständen auch immer ist eine schwere Verletzung internationalen Rechts", sagte Ban.

Syrische Regierung erlaubt Inspektion

Nach Darstellung der Opposition hatte die syrische Führung durch Giftgas am Mittwoch mehr als 1.300 Menschen getötet. Die Regierung bestreitet jede Verantwortung. Am Sonntag gab sie grünes Licht für die Untersuchung der Vorwürfe durch die UNO.

Nach Einschätzung von Experten des US-Geheimdienstes CIA verfügt die syrische Armee über das größte Chemiewaffenarsenal im Nahen Osten. Indirekt hat das Assad-Regime den Besitz von Giftgas eingeräumt, allerdings ohne Einzelheiten zu nennen.

Aufständische melden Erfolg

Nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben am Montag syrischen Rebellen die strategisch wichtige Stadt Chanasir im Norden des Landes eingenommen. Die Aufständischen hätten damit den einzigen Versorgungsweg der Regierungstruppen in die Großstadt Aleppo abgeschnitten, berichtete die in Großbritannien ansässige Organisation am Montag.

Zugleich versuchten die Rebellen nach Angaben von Einwohnern, in der Provinz Homs die Stadt Talkala einzunehmen, die wenige Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt liegt. Assads Truppen waren in der Region monatelang in der Offensive.