Die möglichen Angriffe sollen sich laut NBC über drei Tage erstrecken und seien in ihrem Umfang begrenzt. Das hätten namentlich nicht genannte ranghohe Regierungsbeamte in Washington mitgeteilt. Nach Informationen der "Washington Post" würde das US-Militär Marschflugkörper von Kriegsschiffen abfeuern, die jetzt schon im Mittelmeer kreuzen, oder Langstreckenbomber einsetzen.

Israel mobilisiert teilweise

Israel hat angesichts einer möglichen Bedrohung durch Syrien eine begrenzte Mobilisierung von Reservisten beschlossen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu habe diesen Schritt angeordnet

EU-Stimmen für den Krieg

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlaments, der deutsche Parlamentarier Elmar Brok, hat Verständnis für einen Militärschlag gegen das syrische Regime gezeigt. "Grundsätzlich müssen in solchen Fragen die Vereinten Nationen genutzt werden", sagte er am Mittwoch nach Beratungen des Ausschusses in Brüssel. "Aber wenn die UNO gestoppt werden, dann muss es möglich sein, das Töten der Menschen zu stoppen."

Ungeachtet einer möglichen Militäroperation sei aber nach wie vor eine politische Lösung des Syrien-Konflikts nötig. Brok sagte, die Blockade einer Syrien-Resolution durch die Vetomächte Russland und China im UNO-Sicherheitsrat sei "nicht akzeptabel": "Russland trägt eine Menge Verantwortung." Er hoffe auf einen Sinneswandel Moskaus. Falls es Beweise dafür gebe, dass die Regierung in Damaskus hinter dem Giftgaseinsatz stehe, dann sei die Veröffentlichung dieser Beweise "hilfreich".

Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Guy Verhofstadt, sagte, ein Militärschlag sei "notwendig": Assad glaube offenbar, er könne tun, was er wolle. Wichtig sei, dass die EU-Regierungen mit einer Stimme sprächen. Der frühere belgische Regierungschef forderte eine Sondersitzung der EU-Außenminister.

Skepsis in Nordeuropa

Der schottische Regierungschef Alex Salmond warnte vor einem übereilten militärischen Einsatz in Syrien. UN-Inspektoren müssten genug Zeit haben, ihre Überprüfungen zu Ende zu führen, sagte Salmond. Norwegen, Schweden und Finnland haben eine Beteiligung an einer Militäraktion ohne UNO-Mandat abgele

Angst in Damaskus

Wer nicht fliehen kann, deckt  sich mit dem Nötigsten ein. Batterien. Trinkwasser, Brot und Konserven gehören zu den Vorräten, die die Menschen in der Metropole anlegen, wo viele militärische Einrichtungen mitten in Wohngebieten liegen. An Geldautomaten bildeten sich am Mittwoch lange Schlagen. Die Menschen hätten schon länger Lebensmittel gehortet, sagte ein Bewohner am Telefon. Aber jetzt kauften sie besonders große Mengen. Die Angst stehe ihnen ins Gesicht geschrieben.

Vor allem in Vororten, in denen es besonders viele Militäreinrichtungen und Waffenlager der Regierungstruppen gibt, packen die Menschen ihre Habseligkeiten und suchen nach Unterkünften in sichereren Wohngebieten. Es werde aber immer schwerer, Wohnungen und Häuser zur Miete zu finden, sagten Bewohner.