Innerhalb der USA ist die Opposition gegen einen Militärschlag jedenfalls weiterhin stark. Laut einer aktuellen IPSOS-Umfrage sind weiterhin rund 53 Prozent der Amerikaner gegen eine Intervention im Bürgerkriegsland. Während Obamas Rede demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen einen Angriff in Syrien.


US-Kongress will Anfang September abstimmen

Nach der Ankündigung von Obama will das Repräsentantenhaus offenbar nicht vorzeitig aus seiner Sommerpause zurückkehren. Das Repräsentantenhaus werde in der Woche ab dem 9. September entscheiden, hieß es in einer Mitteilung des republikanischen Sprechers John Boehner vom Samstag. "Das gibt dem Präsidenten Zeit, den Kongress und die Bevölkerung von seinem Vorhaben zu überzeugen."

Seine Meinung zu einer US-Intervention habe Obama offenbar in allerletzter Minute geändert, erst Freitagnacht habe er entschieden, vor einem militärischen Eingreifen den Kongress zu befragen und das, obwohl im seine Berater davon abgeraten hätten, sagen ranghohe Mitarbeiter des Weißen Hauses, die anonym bleiben wollten. Die Beamten erklärten zudem, mit einer Zustimmung zu den Interventionsplänen im Kongress zu rechnen.

Aus dem Umfeld des französischen Premiers Francois Hollande hieß es Samstagabend, Obama habe Hollande vor seiner Rede telefonisch informiert. Hollande habe dabei betont, Syrien weiter für den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff am 21. August sanktionieren zu wollen. Hollande verstehe jedoch, dass die USA grünes Licht vom Kongress einholen wollten. Der britische Premier David Cameron teilte außerdem via Twitter mit, dass er Obamas Entscheidung verstehe und unterstüze.

Syrien-Bericht der UNO dauert

Unterdessen gab die in Den Haag ansässige Organisation für das Verbot von Chemiewaffe bekannt, dass die Laboruntersuchungen zur Auswertung der von den UNO-Experten genommenen Proben zu einem mutmaßlichen Giftgaseinsatz "bis zu drei Wochen" dauern können. Alles werde getan, "um den Prozess zu beschleunigen", hieß es. Anschließend würden die Experten ihren Bericht UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon vorlegen. Die UNO-Experten hatten den Auftrag herauszufinden, ob im syrischen Gewaltkonflikt Chemiewaffen eingesetzt wurden. Durch wen Giftgas eingesetzt wurde, ist nicht Ziel der Ermittlungen. Allerdings können die Ergebnisse Indizien dazu liefern. sagte er.

Die UN-Chemiewaffenexperten waren nach ihrem Syrien-Einsatz am Samstag in den Niederlanden eingetroffen. Ihre Proben werden laut einem Sprecher der in Den Haag ansässigen Organisation für das Verbot von Chemiewaffen nun "in ein halbes Dutzend Labors in der Welt gebracht".