12 Millionen Menschen zogen in den vergangenen 30 Jahren in das chinesische Shenzhen. - © Markus Sepperer
12 Millionen Menschen zogen in den vergangenen 30 Jahren in das chinesische Shenzhen. - © Markus Sepperer

Wien. (vasa/apa) Der Trend ist unübersehbar. Mehr als ein Drittel der Menschen ist derzeit in Bewegung, um den Lebensmittelpunkt vom Land in die Städte zu verlegen. Und die Entwicklung geht schnell voran. In Städten wie dem chinesischen Shenzhen wohnten im Jahr 1979 noch 30.000 Einwohner. Heute sind es mehr als 12 Millionen. 54 Prozent leben mittlerweile in urbanen Großräumen. Laut einer Studie der Vereinten Nationen werden es im Jahr 2050 etwa 80 Prozent sein.

Der Frage, wie diese zukünftigen Lebensräume in Städten und Megacities aussehen werden, widmet sich das diesjährige Ars Electronica Festival in Linz, das von 3. bis 7. September stattfinden wird. Vier Themenkreise stehen in den fünf Tagen des Festivals mit dem Motto: "Post City - Lebensräume für das 21. Jahrhundert" im Fokus: Mobilität der Zukunft, Stadt als Arbeitsplatz, offene Gesellschaft und autarker Bürger sowie totale Überwachung. Symposien, Foren, Ausstellungen und künstlerische Projekte suchen nach Antworten, werden aber auch neue Fragen stellen, so der Wunsch der Organisatoren.

Eigene Stadt im Postverteilzentrum

Es sei das umfangreichste Programm seit Bestehen des Festivals, betont Ars-Electronica-Geschäftsführer Gerfried Stocker. So werde etwa eine eigene Stadt im ehemaligen Postverteilzentrum am Linzer Hauptbahnhof inszeniert. Zudem trage das ganze Festival den Charakter einer Stadt. Als besonderen Aspekt nannte Stocker, dass es gelinge, Künstler in den Kern der Wissenschaft, wie etwa bei Cern, ESA und ESO zu bringen und diese Arbeit im Festival widerzuspiegeln. Das Ars Electronica futurelab werde für immer mehr Unternehmen interessant, bekräftigte dessen Leiter Christopher Lindinger und hob die Kooperation mit Mercedes Benz hervor, dessen selbstfahrendes Modell F 015 in Linz zu sehen sein wird. Das hier konferierende connecting-cities-Netzwerk verbinde mittlerweile 30 Städte.