Shawkat ist davon überzeugt, dass man im alten Kairo neuen Wohnraum schaffen und alten aufwerten könne. "Um aber diese Zonen aufzuwerten, muss man erst einmal wissen, woran es wo mangelt." Die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Stadtteilen sei nicht hilfreich, so der Architekt. Sage sie doch wenig über die Lebensqualität aus. "Es gibt informelle Gebiete, wo die Häuser gut gebaut und ans Strom-, Wasser- und Abwassersystem angeschlossen sind." Und es gebe formelle Gebiete, wie etwa das Khalifa-Viertel, die sozial benachteiligt sind, wo es an Infrastruktur und Lebensqualität fehle. Auf diese Mängel gelte es hinzuweisen. "Darauf aufbauend kann die Regierung Programme starten, um etwa die Wasserversorgung zu verbessern, Abwasserprobleme zu lösen und leistbaren Wohnraum zu schaffen."

Vorausgesetzt, die Regierung will es. Doch zurzeit hat sie andere Prioritäten. "Fünf Milliarden Pfund sind ins diesjährige Budget eingeplant, um Infrastruktur für die neue Hauptstadt zu schaffen", sagt Shawkat. Für die Regierung ist die neue Hauptstadt ein Geschäft, weil sie das Land, durch Kanal-, Strom- und Abwassernetz aufgewertet, verkaufen kann. "Die Frage ist, ob all das Geld tatsächlich für Investitionen genutzt werden wird, die der Bevölkerung zugutekommen." Shawkat ist skeptisch. Zu viele Versprechen wurden am Ende doch nicht eingelöst.