Uraufführung 1968 in Hannover. Aber keine Altachtundsechzigerkunst. Die beiden in einem Wohnzimmer an einem sonnigen Nachmittag festsitzenden Möchtegern-Schriftsteller sprechen nicht von "Gesellschaft", sondern immer nur von "Welt". Die ist "unhamlich schiach", aber sie ist "ewig", das heißt unveränderbar. Womit der Grazer Dichter Wolfgang Bauer, damals 27, lebensleeren politischen Utopien hohnlachte. Ihren Weltekel und das Gegenteil, die typisch provinzlerische Weltsehnsucht, teilen Charly und Joe mit Birgit und Monika. Mehr die Männer als die Frauen blockiert in Echtzeit ein schreckliches Gleichgewicht von Untätigkeit und Aggression. Sex, Alkohol, Hasch: Beschleuniger und Bremsen. Zwischen Gewaltexzessen Regress in infantile Indianerspiele und Blödeleien - "Wutzl ins Kaputzl, denn es kommt die Polizei". Die Frauen dulden die männlichen Dominanzrituale. Terror als Spiel mit hohen Risiken. In die Enge getrieben, maxelt Birgit Joe mit einer spitzen Schere ab.

Wolfgang Bauer, der ungesund lebte und 2005 starb, wollte seine auf die soziale Null gestellte Verweigerung-Szenerie nicht als grelles Dropout-Spektakel im schlampigen Milieu missverstanden wissen. Am Volkstheater-Remake hätte er seine Freude. Der junge Serbe Milo Loliæ setzte die vier Darsteller in ein breites Fundus-Fauteuil vor die dreißig im Halbkreis aufgestellten Zuschauersessel. Kein Kühlschrank, Telefon, Plattenspieler, keine Schere. Wer von den vier auf eine Ganzkörpersprache reduzierten Sitzbankklebern nicht im Zimmer ist, sitzt stumm neben den Akteuren.

Alle Bewunderung für den fülligen Christoph F. Krutzler, der als Charly Töne hervorbringt, die man seit Qualtinger nicht mehr gehört hat; ein wildes Tier im Mann, und dennoch kunstbewusster Sänger in einer Sprechoper. Auch Birgit Nina Horváth erreicht diese Höhen. Robert Prinzler ist gehandicapt durch sein nordisch klapperndes Deutsch. Andrea Bröderbauer hat beinah nichts zu sagen in der keine Stunde langen Reduktion auf musikalisch strukturiertes Sprechen. Der blutige Schlussunfall fehlt mit gutem Grund: Bauer wollte kein klassisch-dramaturgisches Finale.