Das ist Poidl. Der Landschaftsarchitekt machte kurzen Prozess mit dem Gestrüpp. - © WZ / Eva Zelechowski
Das ist Poidl. Der Landschaftsarchitekt machte kurzen Prozess mit dem Gestrüpp. - © WZ / Eva Zelechowski

Zwischen Shisha-Bar und 2er Straßenbahn, leerstehenden Geschäften und gut frequentierten Bordellen – hier liegt auf einer kleinen Wiese in der Neulerchenfelder Straße unser neues Projekt: das Beet. Wir, das sind der Landschaftsarchitekt und mein bester Freund, der Poidl, und ich. Eine E-Mail an die Gebietsbetreuung für die Bezirke 7/8/16 genügte, um ein freies Beet zu ergattern. Bei der ersten Inspektion sahen wir ein Hochbeet mit etwa 3x3 Meter, das offensichtlich schon mehrere Jahre sich selbst überlassen war, Unkraut und Sträucher wucherten darin wild vor sich hin.

Wo liegt der Reiz am urbanen Garteln? Sich austoben, die Erde zwischen den Fingern spüren? Oder kommt da noch etwas dazu, eine soziale Komponente? Unser Beet liegt nahe am Gehsteig, immer wieder kommt es zu spontanen Gesprächen mit Passanten. Ob mit neugierigen Kindern, die begeistert mithelfen und mit denen man sich mit Händen und Füßen verständigen muss, weil sie kein Deutsch sprechen. Oder mit dem netten älteren Herrn, der das Beet seit Jahren mitgießt: "Ich nehme manchmal etwas Wasser aus meinem Aquarium. Da ist auch gleich Dünger mit dabei", erzählt er. Das ist es, das mit den Pflanzen mitwächst: Der Austausch im Grätzl – mit Menschen, mit denen man sonst nicht in Kontakt kommt. Eine  gemeinschaftliche Aktion im öffentlichen Raum. Zu sehen, wie Rettich, Radieschen, Wildrose und Paradeiser heranwachsen. Es treffen soziale, politische und pädagogische Aspekte aufeinander, die die städtische Anonymität ein wenig aufweichen. In den kommenden Wochen wollen wir im Beet-Blog über Begegnungen, Herausforderungen und stadtpolitisch Relevantes im Bereich Urban Gardening berichten.

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