Nach den bereits vorliegenden Daten findet ein Großteil der neuen Gastarbeiter einen Job. Die Untersuchungen bestätigen zudem den Trend der bereits oben genannten Studien. Der deutsche Sozialstaat profitiert von den Beiträgen der EU-Zuwanderer an die Sozialversicherung mehr, als er als Hilfeleistung für bedürftige Ausländer ausgibt.

Keine Sorgenkinder

Zudem wird klar, dass die Angst insbesondere vor Bulgaren und Rumänen unbegründet ist: Die Arbeitslosenquote von Migranten aus den beiden Ländern liegt in Deutschland unter dem Durchschnitt aller ausländischen Erwerbspersonen. Viele der Arbeitsmigranten - auch die aus Osteuropa - sind hochqualifiziert, werden dringend benötigt und finden Jobs etwa als Ärzte.

Im Detail lebten vor einem Jahr rund 330.000 Rumänen und Bulgaren in Deutschland. 60 Prozent dieser Menschen im erwerbsfähigen Alter haben einen Job, wie der renommierte deutsche Migrationsforscher Herbert Brücker in einer Studie festhält. Im Oktober arbeiteten 25 Prozent mehr Bulgaren und Rumänen in Deutschland als ein Jahr zuvor. Immerhin bedenklich: Die Zahl der Arbeitslosen aus beiden Ländern hat sich binnen Jahresfrist überproportional um über 40 Prozent erhöht. Die Gründe dafür gilt es zu untersuchen. In absoluten Zahlen heißt das, dass es 35.207 Arbeitsuchende (plus 46,3 Prozent), 16.431 Arbeitslose (plus 41,6 Prozent) und 40.231 Hartz-IV-Bezieher (plus 48,0 Prozent) aus Rumänien und Bulgarien gibt. Im Jahr 2012 kamen unter dem Strich rund 70.000 Rumänen und Bulgaren nach Deutschland, die Zahl könnte nun nach Schätzungen des Migrationsexperten Brücker auf 100.000 bis 180.000 steigen.

Zuletzt, so das deutsche Arbeitsamt, habe sich das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte aus Bulgarien und Rumänien verschlechtert, weil die Zahl der - freilich dringend benötigten - Saisonarbeiter gestiegen ist: 46 Prozent der Bulgaren und Rumänen, die nach 2007 zugewandert sind, haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Arbeitslosenquote von Rumänen und Bulgaren lag laut der Brücker-Studie Ende 2012 mit 9,6 Prozent zwar über dem Bevölkerungsschnitt von 7,4 Prozent, aber deutlich unter dem Durchschnitt aller ausländischen Erwerbspersonen, von denen 16,4 Prozent arbeitslos waren.

Auch beziehen weniger von ihnen Sozialleistungen: Von den Rumänen und Bulgaren in Deutschland waren 9,3 Prozent auf Hartz IV angewiesen, bei allen Ausländern waren dies 15,9 Prozent, im Durchschnitt der Bevölkerung in Deutschland 7,4 Prozent.