Am Anfang stand ein Versprechen. Es wurde 2003 bei Thessaloniki gegeben, von den Staats- und Regierungschefs der damals 15 EU-Staaten. Es ging um die Beitrittsperspektive für die Länder Südosteuropas, die die Unionspolitiker ihren Amtskollegen in Aussicht stellten. Doch der Weg in die Union erwies sich als voller Hürden. Und die sind bis heute nicht beseitigt.

Das Erweiterungsprojekt befindet sich nämlich im Dornröschenschlaf. Die Bulgaren wollten es wachküssen; die Österreicher, die von ihnen im Juli den EU-Ratsvorsitz übernehmen, deklarieren ebenfalls Bereitschaft dazu. Doch trotz eines EU-Westbalkan-Gipfels in Sofia im Mai, des ersten derart hochrangigen Treffens seit fünfzehn Jahren, trotz einer entsprechenden Strategie, die die EU-Kommission Anfang des Jahres vorgestellt hatte, und trotz einiger Beteuerungen auf beiden Seiten schlummert das Vorhaben weiter vor sich hin.

Konflikte in der Region

Denn die Aufbruchstimmung von 2003 hat einen Dämpfer erhalten. In der Zwischenzeit hat sich ebenfalls das geopolitische Bild in der Region verändert: Slowenien und Kroatien sind der Europäischen Union beigetreten, Montenegro und der Kosovo haben sich von Serbien gelöst, Mazedonien müht sich mehr denn je, den Namensstreit mit Griechenland zu lösen. Einige Zwistigkeiten in der Region hat dies aufgelöst, andere verschärft.

Auf der anderen Seite ist in der EU nicht unbedingt viel Enthusiasmus für eine Erweiterung der Gemeinschaft spürbar. Nach der Aufnahme zehn ost- und südeuropäischer Staaten 2004 und dem EU-Beitritt Bulgariens sowie Rumäniens zweieinhalb Jahre später folgten heftige Debatten darüber, ob die neuen Mitglieder nicht zu schnell, da zu unvorbereitet, zu solchen geworden sind. Hinzu kommen Sorgen über Entwicklungen in einigen Mitgliedstaaten, wie Gefahren für die Rechtsstaatlichkeit in Ungarn oder Polen.

Nächste Erweiterungsrunde: 2025

Daher verstrichen weitere Jahre, bis die EU-Kommission einen möglichen Termin für die nächste Erweiterungsrunde nannte: 2025. Fix ist das aber keineswegs. Es hängt nicht zuletzt von den Fortschritten der Kandidatenländer ab. Zu diesen zählen vier der sechs Staaten: Albanien, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Nur mit den letzten beiden führt die EU derzeit Verhandlungen um einen Beitritt zur Union. In weiter Ferne liegt diese Etappe für Bosnien-Herzegowina und den Kosovo.