Schulen, aber auch Kindergärten oder andere für die (Vor-)Schulbildung relevante Organisationen aus verschiedenen Ländern sollen vermehrt zusammenarbeiten. "Ziel einer strategischen Partnerschaft sind das Voneinander-Lernen und die Unterstützung und Implementierung innovativer Methoden und Materialien für das Lehren und Lernen", so der OeAD. Auslandsaufenthalte von Schülern, Pädagogen und Schulpersonal seien ein wesentlicher Bestandteil davon.

Verdopplung des Budgets

Durch den kommenden Finanzrahmen für Erasmus Plus für 2021 bis 2027 könnten mehr Projekte wie diese möglich werden: Der Entwurf der EU-Kommission sieht eine Verdoppelung des Budgets auf 30 Milliarden Euro vor. In anderen Worten: Statt der insgesamt vier Millionen europäischen Jugendlichen, die Erasmus im Jahr 2017 EU-weit in Anspruch genommen haben, sollen es künftig acht Millionen sein. Einen Beschluss wird es aber voraussichtlich erst Ende des Jahres geben.

Um Abschlüsse im gesamten Bildungsbereich international vergleichbar zu machen, hat der Nationalrat 2016 einen achtstufigen Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) beschlossen. Dieser ist auf Basis des Europäischen Qualifikationsrahmens konzipiert, der bereits seit 2008 vorliegt und zentrales Element des Arbeitsprogramms "ET 2020" ist: ein strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung. Lebenslanges Lernen und Mobilität, Chancengleichheit, Innovation und Kreativität sollen damit gefördert werden. Wichtige Ziele sind die Senkung der Zahl der Schulabbrecher auf unter 10 Prozent und die Erhöhung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit einem tertiären oder gleichwertigen Bildungsabschluss auf mindestens 40 Prozent im Jahr 2020.

Der NQR hat allerdings ausschließlich eine orientierende und keine regulierende Funktion. Das heißt, dass die Zuordnung einer Qualifikation zu einer Stufe keine schulischen, hochschulischen oder beruflichen Berechtigungen mit sich bringt. Welche Qualifikationen wo hingehören, ist im Gesetz nur ansatzweise geregelt. Gesetzlich vorgegeben sind Bachelorstudien, die demnach der Niveaustufe sechs zugeordnet sind, Master- und Diplomstudien der Stufe sieben und Doktorats- und PhD-Studien der Stufe acht. Über den Rest sollen diverse, durch das Gesetz eingerichtete Stellen entscheiden: eine NQR-Koordinierungsstelle, ein NQR-Beirat und eine NQR-Steuerungsgruppe. Eingeordnet werden dabei sowohl formale Qualifikationen wie bestimmte Abschlüsse als auch durch informelles Lernen erworbene Kompetenzen, wie am Arbeitsplatz gewonnene Erfahrungen oder Sprachen, die während eines Auslandsaufenthalts erlernt werden. Die Aufgaben der Koordinierungsstelle übernimmt der OeAD.

Mehr Abschlüsse

Auf Basis der Entscheidungen dieser Stellen wurden im Vorjahr weitere Abschlüsse zugeordnet. Alle mindestens dreijährigen, berufsbildenden mittleren Schulen (zum Beispiel Handels- oder Fachschulen) sowie die 213 gewerblichen, industriellen sowie land- und forstwirtschaftlichen Lehrberufe werden künftig auf dem NQR-Niveau vier zu finden sein, alle Fachrichtungen der berufsbildenden höheren Schule (zum Beispiel HTL, HAK, Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) auf dem NQR-Niveau fünf. Der (HTL-)Ingenieur steht nun auf derselben Qualifikationsstufe wie der (akademische) Bachelor, also auf Stufe sechs. Für die Erlangung dieser Qualifikation müssen gewisse formale Voraussetzungen erfüllt sein, etwa ein HTL-Abschluss und eine dreijährige fachbezogene Praxis. Hochschulische Berechtigungen sind damit aber nicht verbunden – der Ingenieur kann also kein Masterstudium beginnen. Weitere Qualifikationen aus dem formalen Bildungsbereich sollen noch heuer folgen, heißt es auf Nachfrage aus dem Bildungsministerium.