Paris/Wien. Im Vorfeld der Wahlen hat Nicolas Sarkozy bereits angekündigt, aus der Politik auszusteigen, sollte er verlieren. Gleichzeitig glauben viele Analysten, dass seiner konservativen UMP nach der Niederlage ein einschneidender Umbau bevorsteht. Sie könnte zerfallen oder neu gegründet werden. Einiges wird von den Parlamentswahlen im Juni abhängen, die allerdings Analysten zufolge ebenfalls nach links tendieren.

Sarkozys Kronprinz ist Parteichef Jean-François Copé, der die UMP auf sich zuschneiden könnte, um die Wahlen 2017 zu bestreiten. Sein Widersacher könnte Premier François Fillon sein. Beide haben bereits Reden gehalten, die vermuten lassen, dass sie die UMP in die Parlamentswahlen führen wollen. Mit im Spiel - wenn auch nicht für den Chefposten - ist François Bayrou. Der aus dem konservativen Lager hervorgegangene Zentrist verpasste Sarkozy mit der Unterstützung Hollandes drei Tage vor der Wahl den letzten Dolchstoß. Er könnte bei der Neuformierung der Konservativen mitzumischen versuchen.