Paris. (afp) Nach seinem Amtsantritt will der neue französische Staatspräsident François Hollande sofort mit seinen Reformen loslegen. Direkt nach dem Amtsantritt soll wie versprochen das Gehalt des Staatschefs und der Regierungsmitglieder um 30 Prozent gekürzt werden.

In einer ersten Phase soll in den ersten Wochen bereits die Kaufkraft der Franzosen gestärkt werden. So sollen die Bedingungen für staatlich unterstützte Sparmodelle verbessert und die Hilfen an Familien zum Schuljahresbeginn um 25 Prozent erhöht werden. Besonders umstritten war im Wahlkampf eine Änderung der Rentenreform: Wer 41 Jahre einbezahlt hat, soll künftig wieder ab 60 ohne Abschläge in Rente gehen können. In einer zweiten Phase ab Anfang Juli soll es um die Reform der Staatsfinanzen gehen, um eine Steuer- und eine Bankreform. Darunter fällt die mittelfristige Finanzplanung, die bis 2017 einen ausgeglichenen Haushalt vorsieht. Bei der Steuer stehen eine ganze Reihe gewichtiger Änderungen bevor: So soll eine Reichensteuer in Höhe von 75 Prozent für Einkommen über einer Million Euro eingeführt und die unter Sarkozy beschlossene Mehrwertsteuererhöhung rückgängig gemacht werden. Steuerschlupflöcher sollen geschlossen und kleine und mittlere Unternehmen sowie Investitionen begünstigt werden. Die Finanzmärkte müssen mit dem Verbot hochspekulativer Produkte rechnen. Außerdem sollen die ersten der für die Amtszeit versprochenen 60.000 Stellen im Bildungsbereich besetzt werden.