Wien. Die "Queen of Austria" beim österreichischen Bundeskanzler: Eine Woche nach ihrem spektakulären Sieg beim Eurovision Song Contest ist Conchita Wurst am Sonntag vor ihrem großen Gratiskonzert am Ballhausplatz von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) empfangen worden. "Es ist uns eine ganz große Ehre", unterstrich der Regierungschef in einer kurzen Ansprache vor dem offiziellen Empfang.

Als Bundeskanzler habe er ja oft die Gelegenheit, jemandem Danke zu sagen - der heutige Moment sei aber doch etwas Besonderes: "Auf das, was Sie beim Song Contest erreicht haben, sind die Österreicherinnen und Österreicher stolz." Dabei gehe es nicht nur um die künstlerische Leistung, sondern auch um die Message, die Conchita Wurst im Ausland vermittle: "Eine Botschaft, die heißt: Toleranz, eine Botschaft, die heißt: Liebe, Lebensfreude." Entsprechend bleibe ihm klar zu sagen: "Danke auch für dieses Image, diese Ausstrahlung, diese Worte."

Auch Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) streute der ESC-Triumphantin Rosen. Er sei jetzt beim Filmfestival in Cannes gewesen, und dennoch: "Sie glauben nicht, worauf ich am meisten angesprochen wurde." Tags zuvor hatte Ostermayer sich noch gegen den Vorwurf der Vereinnahmung vonseiten der ÖVP verteidigt. "Der Neid ist ein Hund", sagte er der Tageszeitung "Österreich". ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka hatte Bundeskanzler Faymann (SPÖ) davor gewarnt, "als Trittbrettfahrer unterwegs" zu sein.

Conchita Wurst selbst widmete ihren Sieg nochmals jenen Menschen, die an eine Zukunft mit Fortschritt glauben. "Und ich bin überzeugt, dass Österreich zu diesen Ländern gehört." Insofern ehre es sie, den Sieg nach Hause gebracht zu haben.