Wien. Singt der "Rocket Man" "unseren Song für Österreich"? Castingshowsieger Andreas Kümmert ("The Voice") möchte heuer Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) in Wien vertreten. Der 28-Jährige stellt sich neben sieben anderen Acts beim nationalen Vorentscheid am 5. März in Hannover dem Fernsehpublikum, gab der NDR bekannt. Das Finale des ESC steigt am 23. Mai in der Wiener Stadthalle.

"Ich sehe es als eine große Chance, meine Songs einem breiten Publikum präsentieren zu können", so Kümmert, der 2013 die Talentshow "The Voice of Germany" von ProSieben und Sat.1 gewann. Mit seiner Komposition "Simple Man" landete der untersetzte Bartträger mit röhrender Rockstimme einen Hit in den Charts. Danach mied er den großen Auftritt in Medien und gab lieber Konzerte. Umso erstaunlicher, dass er zum ESC will.

Drehleier, Harfe und Dudelsack
Die anderen Namen aus der Auswahl der deutschen ESC-Partner sind nicht unbedingt jedem geläufig. Da ist etwa die Mittelalter-Band Faun, deren Musikstil sich "Pagan-Folk" nennt. Die sechs Künstler kombinieren Instrumente wie Drehleier, Harfe und Dudelsack. Der Durchbruch gelang 2013 mit dem Album "Von den Elben". Das aktuelle Album "Luna" erreichte 2014 Platz vier der deutschen Charts.

Sogar von Null auf Platz 1 der Albumcharts schaffte es das Kölner Duo Mrs. Greenbird Ende 2012 mit seinem gleichnamigen Debüt, das sich mehr als 160.000 Mal verkaufte. Auch diese zwei Musiker haben eine Castingshow gewonnen, nämlich das eingestellte Vox-Format "X Factor". Sie nennen ihren Stil "Singersongwritercountryfolkpop".

Die Kandidaten und ihre Lieder
Elektronisch geht es bei Laing zu. Mit der Single "Morgens immer müde" wurde das Berliner Damenquartett in ganz Deutschland bekannt. Soeben ist das zweite Album erschienen.

Noize Generation ist der Bühnenname von Jewgeni Grischbowski ("Jeff"). "Der Musikproduzent und DJ aus München hat sich bisher vor allem einen Namen durch Remixe für unter anderem OneRepublic, Gorillaz und Skrillex gemacht", schilderte der NDR.

Alexa Feser jobbte früher als DJ, Zeitungszustellerin und Flugbegleiterin, um ihre Musik zu finanzieren. Inzwischen hat die 35-Jährige aus Wiesbaden ein erfolgreiches Debütalbum ("Gold von morgen") veröffentlicht. Und hinter dem Projekt Fahrenhaidt stehen die Berliner Musikproduzenten Erik Macholl und Andreas John. Ihren Stil beschreiben sie als "modernen Nature-Pop": Eine "Mischung aus zeitgemäßer, elektronischer Musik und akustischen Instrumenten".

Ein achter Startplatz wird unter Newcomern bei einem Clubkonzert am 19. Februar entschieden. 2014 hatten dort die Einsteiger Elaiza gewonnen und später dann sogar prominente Konkurrenz - darunter Unheilig - beim Vorentscheid in der Zuschauergunst abgehängt. Beim ESC in Kopenhagen erreichte das Trio später allerdings nur Rang 18 von 26 Plätzen.