Wer erinnert sich noch an den ersten Song Contest, den er im Fernsehen erleben durfte? Und wie hieß doch noch der Siegertitel? Ja, 60 Jahre Song Contest sind eine lange Zeit. Viele Stars, aber auch viele Sternschnuppen konnte reüssieren. Doch was wurde aus ihnen?

Gut, das Schicksal der in Österreich bekanntesten Künstler ist nicht geheim. Udo Jürgens, der 1966 mit "Merci, Cherie" triumphierte, ist vor wenigen Monaten gestorben und seine Urne wurde am Wochenende am Wiener Zentralfriedhof begraben. Davor konnte er unzählige Hits im deutschsprachigen Raum landen. Über die schwedische Band Abba oder Celine Dion braucht man keine weiteren Worte zu verlieren.

Die erste Siegerin

Doch wie sieht es mit anderen Song Contest-Gewinnern aus? Die erste Siegerin des Bewerbes kam aus der Schweiz. Lys Assia setzte sich 1956 in Lugano mit dem Song "Refrain" gegen sechs (!) Konkurrenten durch. Heute ist die Dame über 90 Jahre alt. In den letzten Jahren versuchte die rüstige Sängerin einige Male, einen Startplatz beim Song Contest zu ergattern. Erfolgreicher war sie allerdings beim "Grand Prix der Volksmusik", wo sie zusammen mit Beatrice Egli das Finale in Wien erreichte.


Frankreichs Jungstar

Die Siegerin des Jahres 1965, France Gall, ist vielen allerdings bekannt. Die Französin konnte in Neapel mit dem Serge Gainsbourg-Song "Poupée de cire, poupée de son" gewinnen. Nach einem Skandal mit einem nicht ganz jugendfreien Gainsbourg-Lied, trat die junge Sängerin Ende der 60er Jahre häufig in Deutschland auf. Dabei sang sie deutschsprachige Schlager. Das große internationale Comeback gelang ihr aber erst 1988 mit dem weltweiten Hit "Ella, elle l'a".

Mister Eurovision

Johnny Logan aus Irland prägte die Geschichte des Bewerbes. Drei Mal konnte er gewinnen, zwei Mal als Sänger (1980 und 1987) und zusätzlich noch als Komponist (1992). Doch obwohl er zahlreiche Platten veröffentlichte, reichte es im normalen Musikleben nicht zum Durchbruch. Zumindest in Skandinavien schaffte es Johnny Logan 2007 mit dem Album "The Irish Connection" an die Chartspitze.

Frieden, ein bisschen zumindest

Lange Jahre war Deutschland nur Teilnehmer. Doch als 1982 die junge Nicole mit "Ein bisschen Frieden" den Song Contest gewann, war es um die Nation geschehen. Nicole selbst konnte allerdings nie wieder an diesem Erfolg anknüpfen. Die Schlagersängerin veröffentlicht zwar brav immer wieder neue Platten, doch auch in Deutschland landet sie nicht mehr unter die Top Ten.

Ein echter Italiener

Mit entwaffnender Lockerheit stürmte Toto Cutugno 1990 mit "Insieme: 1992" zum Sieg, Der Musiker, der auch einige Songs für Adriano Celentano ("Soli") geschrieben hatte, war seit Mitte der 70er Jahre recht erfolgreich. Nach dem Song Contest hatte er aber keine großen Hits mehr, stattdessen durfte er - wie etliche andere italienische Künstler - im Osten Europas vor ausverkauften Häusern auftreten. Seinen Song "L'italiano" über den "echten Italiener" textete er aber 2013 um, damit alle Italiener - ganz gleich, wo sie geboren wurden - sich damit identifizieren können.



Die Monster

Es war ein kleiner Schock als 2006 nach Jahrzehnten des leichten Schlagers plötzlich eine Band aus Finnland mit Heavy Metal den Sieg errang. Lordi schafften den Erfolg mit "Hard Rock Hallelujah". Für die Band war der kurze Höhenflug rasch zu Ende. Etliche Mitglieder verließen in den Folgejahren die Band und die weiteren Alben der Gruppe um Mr. Lordi floppten sogar in der Heimat.