Es hieße Äpfel und Birnen vergleichen, wollte man Popmusik und Oper einander gegenüberstellen. Hier das Massenphänomen, dort das Elitäre. Genau das hat man sich beim Konzert "Pop meets Opera" in der Staatsoper zur Aufgabe gemacht. "Building Bridges" also auch hier, quasi Konzeptmusik, nun gut.

Gleich bei der Eröffnungsfanfare ertönten die Bläser direkt aus dem Publikum, Musik ganz nah beim Menschen. Je ein klassischer Beitrag und ein Song-Contest-Teilnehmer wechselten einander ab, die Philharmonics begleiteten fast durchwegs. Auf die famose Valentina Nafornita mit "Art is calling for me" folgte etwa der norwegische Song-Contest-Beitrag Morland & Debrah Scarlett mit der stimmungsvollen Nummer "A Monster Like Me", auf den grandiosen Juan Diego Flórez mit "Dein ist mein ganzes Herz" die etwas zartbesaitete Ungarin Boggie mit "Wars For Nothing". Nicht zu vergessen Conchita Wurst mit ihrer ewigen Siegerhymne, die nun langsam auch schon einen Bart bekommt. Als Überraschung gab es noch Juan Diego Flórez an der Gitarre mit Schmankerln aus Lateinamerika "to rock the house".

Der Apfel-Birnenmus-Effekt, der weder den einen noch den anderen Geschmack erkennbar lassen würde, blieb bis auf Ausnahmen glücklicherweise aus - es gab eher Obstsalat. Nur bei der letzten Nummer, als alle Sänger auf der Bühne standen, jedoch nur die Opernsänger sangen und die restlichen beim "Refrain" mitträllern durften, wurde klar, dass das elitäre Moment der Oper dadurch zu erklären ist, dass es eine solide musikalische Grundausbildung braucht, um dieses gewaltige Niveau zu erreichen. Und die haben in der Popmusik nun mal nicht alle.