Paris. Nach der Veröffentlichung der Hochrechnungen für die französische Präsidentenwahl haben zahlreiche Politiker am Sonntagabend zur Wahl des unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron aufgerufen, darunter die Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon (Konservative) und Benoit Hamon (Sozialisten). Macron soll bei der Stichwahl in zwei Wochen gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen antreten.

Der konservative Präsidentschaftskandidat Francois Fillon von den Republikanern gestand seine Niederlage ein und rief zur Wahl von Macron auf. Nach Hochrechnungen wird Fillon mit rund 20 Prozent der Stimmen nur den dritten oder vierten Platz erreichen und damit die Stichwahl verpassen. Zuvor hatte sich schon der konservative Ex-Finanzminister Francois Baroin, ein Unterstützer Fillons, ebenfalls für den unabhängigen Kandidaten ausgesprochen.

Auch der Präsidentschaftskandidat der regierenden Sozialisten (PS), Benoit Hamon, der nach Hochrechnungen nur auf rund 6 Prozent der Stimmen gekommen war, gestand am Sonntagabend seine Wahlniederlage ein und rief zur Unterstützung von Macron auf. Die "Auslöschung der Linken durch die extreme Rechte" sei eine schwere Niederlage, sagte er vor seinen Anhängern. "Ich rufe dazu auf, die Front National so deutlich wie möglich zu schlagen, mit Stimmen für Emmanuel Macron, auch wenn er nicht der Linken angehört."

Premierminister Bernhard Cazeneuve sagte, es gehe darum, die rechtsextreme Front National zu schlagen, und "ihr unheilvolles Programm eines Rückschritts Frankreichs und der Spaltung der Franzosen" zu verhindern. Auch Außenminister Jean-Marc Ayrault sprach sich für Macron aus.