Jerusalem/Paris/Wien. Bundeskanzler Christian Kern hat den Erfolg des parteiunabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen begrüßt. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir sehr gut leben können", erklärte Kern am Sonntagabend in Jerusalem. Er sei zuversichtlich, dass sich Macron in der Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durchsetzen werde.

"Wir brauchen eine proeuropäische Politik in Frankreich", unterstrich der Regierungschef, "ein Frankreich, das europäische Akzente setzt." Es gelte, die Europa-Politik einigen Reformen zu unterziehen, aber gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit Marine Le Pen wäre diese europäische Perspektive nicht gegeben. "Sie steht eher für Zersetzung."

"Gut für Frankreich und Europa"

Erfreut kommentierten den sich abzeichnenden Sieg Macrons in der ersten Wahlrunde auch ÖVP-Europaabgeordneter Othmar Karas und Grünen-Chefin Eva Glawischnig. "Emmanuel Macron wird Präsident und das ist gut für Frankreich und Europa. Dies ist die dritte Niederlage für Rechtspopulisten und Nationalisten nach Österreich und den Niederlanden", teilte Karas in einer Aussendung mit. "Danke Frankreich!"

Glawischnig sprach von einem "1:0 für Europa". "Das Ergebnis zeigt, dass ein proeuropäischer Kurs von den WählerInnen gewürdigt wird", schrieb die Grünen-Chefin in einer Aussendung. Ihre Parteikollegin Ulrike Lunacek sieht nun in der Stichwahl "die Frage Europäische Union: Ja oder Nein?" auf dem Stimmzettel. Die "noch nicht ganz gebannte Gefahr" eines Einzugs von Le Pen in den Elysee-Palast solle ein "Weckruf sein, die EU-Politik - so wie von uns Grünen schon lange gefordert - auf sozialere, demokratischere und ökologisch nachhaltigere Schienen zu stellen", schrieb die Vizepräsidentin des Europaparlaments.