Paris. Nach einem harten Wahlkampf gegen die europafeindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen will Frankreichs künftiger Präsident Emmanuel Macron sein zerrissenes Land wieder einen. "Ich werde mit allen Kräften gegen die Spaltung kämpfen, die uns zermürbt und entmutigt", sagte der Mitte-Links-Politiker nach seiner Wahl. Der 39-Jährige wird der jüngste französische Präsident aller Zeiten sein.

Der Wahlausgang sorgte in Europa vielfach für Erleichterung. Denn die Front-National-Anführerin Le Pen wollte Frankreich aus dem Euro führen und die Franzosen über die EU-Mitgliedschaft abstimmen lassen. Das hätte die krisengeschüttelte Europäische Union nach dem Brexit-Schock tief ins Mark treffen können. Auch die Achse Berlin-Paris wäre gebrochen gewesen.

Respekt für Le Pen-Wähler

Macron trat am späten Sonntagabend vor Tausenden jubelnden Anhängern am Pariser Louvre auf. Frankreich habe ein neues Kapitel seiner Geschichte aufgeschlagen, sagte er: "Die Aufgabe ist gewaltig." Er wolle alles tun, damit Wähler in Zukunft nicht mehr für die Front National (FN) stimmen. Die Wähler der rechtspopulistischen FN-Kandidatin Marine Le Pen hätten "Wut, Verunsicherung, manchmal Überzeugungen" ausgedrückt, sagte Macron vor seinen Anhängern am Pariser Louvre-Museum. "Ich respektiere sie. Aber ich werde in den fünf kommenden Jahren alles tun, damit sie keinen Grund mehr haben, für Extreme zu stimmen." Am Ende kamen seine Frau Brigitte und Wahlkampfmitarbeiter auf die Bühne.

Als eine Hauptaufgabe sieht Macron den Antiterrorkampf an. Frankreich wird seit 2015 von einer Terrorwelle erschüttert, knapp 240 Menschen wurden ermordet.

Bestes Ergebnis für FN

Der Mitte-Links-Kandidat Emmanuel Macron hat die französische Präsidentenwahl nach Auszählung aller Stimmen mit  gewonnen. Seine rechtspopulistische Konkurrentin Marine Le Pen kam auf 33,9 Prozent, wie das französische Innenministerium am Montag im Internet bekannt gab.

Nach vollständiger Auszählung der Stimmen erreichte Macron in der Stichwahl gut 66,1 Prozent, Le Pen kam auf 33,9 Prozent, wie das französische Innenministerium bekanntgab. Le Pen holte nach Zahl der Stimmen das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer rechtsextremen Partei. Gut 10,6 Millionen Franzosen votierten für die Kandidatin. Bei der ersten Runde vor zwei Wochen hatte Le Pen 7,7 Millionen Stimmen erhalten.