Ein Kollaps ist wahrscheinlich, wenn man nicht gegensteuert. Was man machen kann, ist, die Spitäler zusammenzulegen und zu schließen, muss aber darauf achten, dass die Leistung für den Patienten erhalten bleibt. Die andere Option ist, dass man aus den Spitälern auslagert. Spitalsleistungen können durchaus im niedergelassenen Bereich erbracht werden. Dafür muss man aber dort finanziell aufbessern. Beides kann ich nicht herunterfahren, da bleibt der Patient auf der Strecke. Wobei, wenn das öffentliche System auslässt, boomt die Privatmedizin. Das erleben wir in Wien derzeit sehr stark.

Mit anderen Worten: Österreich wird mit weniger Ärzten zurechtkommen müssen.

Österreich wird sich darauf einstellen müssen. Eine Trendwende ist nicht absehbar, angesichts dessen, dass nur sechs von zehn Medizinabsolventen hierzulande zu arbeiten beginnen. Die Politik muss es möglich machen, die Arbeits- und Rahmenbedingungen attraktiv zu gestalten, damit die Jungen nicht abwandern. Geld ist viel, aber nicht alles. Auch die Arbeitsbedingungen und die Ausbildung müssen passen. Früher haben wir gearbeitet, ohne Geld dafür zu bekommen, und haben lange auf eine Anstellung gewartet. Einige haben sogar dafür bezahlt. Heute ist das undenkbar. Glücklicherweise.