Waidhofen/Ybbs. Die Cycleenergy Ybbstal GmbH und die Cycleenergy Waidhofen/Ybbs Fernwärme GmbH, beide in Wien domiziliert, haben ihre Zahlungen eingestellt und Konkursverfahren beantragt. Das bestätigt Tanja Schartel vom KSV1870 der "Wiener Zeitung".

Die Cycleenergy Ybbstal GmbH hält knapp 83 Prozent an der Cycleenergy Waidhofen/Ybbs Fernwärme GmbH und betreibt zwei Biomasse-Heizkraftwerke in Aschbach-Gunnersdorf und Waidhofen an der Ybbs. Die Kraftwerke erzeugen Strom und Wärme durch die Verbrennung von Waldholzabfällen ("Hackschnitzel").

"Die Passiva betragen rund neun Millionen Euro, davon entfallen sechs Millionen Euro auf die Auflösung von Leasingverträgen mit der Oberbank", sagt KSV1870-Insolvenzexpertin Schartel. "Die Verwertung der Anlagen kann nur mit Einbindung der Oberbank erfolgen." Die Eigentumsverhältnisse sollen durch Bauten auf fremden Grund und Leasingvereinbarungen rechtlich komplex sein.

Die Insolvenzursachen
Laut Unternehmensangaben "haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Biomassekraftwerksanlagen in Österreich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert".

"Aufgrund der massiv gestiegenen Rohstoffpreise und der aufgrund des Ökostromgesetzes konstant gebliebenen Einspeisetarife – bei gleichzeitig hoher Fremdverschuldung –  ist ein positiver Fortbestand der Biomasseanlagen nicht mehr darstellbar", heißt es im Insolvenzantrag weiter. Die Cycleenergy Ybbstal hat nur 1,3 Millionen Euro Aktiva.

Die zweite Gesellschaft, die Cycleenergy Waidhofen/Ybbs Fernwärme GmbH, versorgte die Biomassekraftwerke mit dem erforderlichen Strom für den Betrieb. Laut KSV1870 betragen die Passiva 450.000 Euro, die Aktiva 120.000 Euro.