Nachdem der Gesetzgeber entschied, dass sich Kabelsender und später, ungleich wichtiger, das Internet, in ungleich geringerem Maße beziehungsweise gar nicht an derartige Vorschriften halten müssen, entstand ein Wildwuchs, der heute weltweit seinesgleichen sucht - und in dem prinzipiell das Recht des Stärkeren gilt. Eine Entwicklung, die nicht nur die Republikaner zu verantworten haben, wiewohl sie von ihr, wie sich heute zeigt, in ungleich höherem Maße davon profitiert haben. So kann etwa der wie Fox News im Jahr 1996 gestartete Kabelsender MSNBC, eine Kooperation von NBC und Microsoft, bis heute von den Einschaltquoten und Umsätzen von Ailes’ Baby nur träumen.

Weitere Öffnung des Medienmarkts

Gemäß den ersten Ankündigungen der Führer der neuen republikanischen Mehrheit im Kongress soll die Liberalisierung des Medienmarktes in der kommendem Legislaturperiode nicht nur weiter getrieben, sondern quasi im Lichtgeschwindigkeitsmodus erfolgen. Davon abgesehen, dass weitere Lockerungen im Medien-Besitzrecht bereits so gut wie beschlossene Sache sind, wird allgemein erwartet, dass ein Präsident Trump die Führung der US-Kommunikationsbehörde, bei der er de facto freie Hand hat, gemäß seiner bisherigen Personalpolitik nur mit den konservativsten aller konservativen Kandidaten besetzen wird. Was das, nur zum Beispiel, für die Zukunft der von der Obama-Administration hochgehaltenen "Netz-Neutralität" bedeutet, die garantiert, dass amerikanische Internet-Anbieter die Inhalte eines privaten YouTube-Kanals mit derselben Ladegeschwindigkeit anbieten wie die eines Medienkonzerns, kann man sich unschwer ausmalen.

Angesichts derartiger Zukunftsaussichten scheint die derzeit vielerorts vorherrschende Debatte um "Fake News" fast als eines der geringeren Probleme für die Demokratie in Amerika. Aber so ist das halt, wenn ein Ex-Reality-TV-Star zum Führer wird.