Streit ums Patent

Die revolutionäre Methode zur DNA-Veränderung wird 2017 aber auch die Gerichte beschäftigen. In einem Patentstreit stehen sich drei Forscher gegenüber: Charpentier, Doudna und der chinesische Wissenschafter Feng Zhang vom Broad Institute in den USA. Bereits im Mai 2012 hatten die Forscherinnen für die bei Bakterien angewandte Methode ein Patent angemeldet. Im Dezember darauf tat es Zhang ihnen gleich. Er wandte die Genschere erstmals bei Eukaryoten an – Lebewesen, deren Zellen einen Kern mit Membran enthalten. Dies öffnete den Weg, die Technik auch bei menschlichen Zellen zu benutzen. Vor dem Gericht wird diskutiert, ob Zhang von den Entdeckungen seiner Kolleginnen profitiert hat oder vielmehr derjenige war, der die Technologie entscheidend voranbrachte.
Große Medizinlabore und Biotech-Unternehmen sehen in der Technologie ein riesiges Potenzial. Mit einer Patenterteilung wären jedoch ungeheuer hohe Lizenzgebühren verbunden, was sich als hinderlich für viele Unternehmen oder sogar für die gesamte Forschung daran erweisen könnte. In jedem Fall wird CRISPR/Cas9 die Fachwelt lange in Atem halten.