Wer soll der Wächter der Freiheit sein? Etwa die tapfere Nationalgarde Wiens allein? Nein, das ganze Land muss der Wächter der Freiheit sein! Und der Sklave, der mit gebeugtem Rücken einhergeht, der kann nicht Wächter der Freiheit sein, der geht wieder hinein in den Stall, wenn der Herr es gebietet mit seiner bekannten Stimme. Der freie Mann allein kann der Wächter der Freiheit sein und deshalb müsst ihr den Bauern freimachen (...). Zwei Waagschalen haben wir: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Volkssouveränität (...), in der anderen aber liegen einige ängstliche Befürchtungen des Schreibfedertums. (...) Was Sie heute aussprechen sollen, ist kein Paragraph der Geschäftsordnung, das ist die Thronrede des österreichischen Volkes. Heute soll der Geist laut werden, der in dieser Versammlung wohnt, damit die Völker wissen, worauf sie bauen können."

Der Kaiser sanktioniert das Grundentlastungsgesetz

Der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Am 7. September 1848 wurde das Grundentlastungsgesetz vom Kaiser sanktioniert. In der Zwischenzeit hatte der deutsche Bundestag in Frankfurt seine letzte Sitzung beendet. Reichratsabgeordnete besprachen in Wien das noch nicht erfüllte Revolutionsprogramm: "Demokratische Monarchie, Volkssouveränität und innigsten Anschluss an Deutschland (...)", Feldmarschall Radetzky besiegte die aufständischen Italiener der Lombardei und Mailänder Studenten schickten eine Adresse an ihre Wiener Kollegen, indem die Nationalität der Völker eilig genannt wird ("Es lebe das freie, unabhängige, einige Italien! Es lebe die Deutsche Einigkeit!")

Kaiser Ferdinand, der vor den Wiener Unruhen nach Innsbruck geflüchtet war, kam wieder nach Wien. Erst gab es am 24. September einen großen Fackelzug für Hans Kudlich mit vielen nach Wien gekommenen Bauern. Aber ihr Interesse an der Revolution war geringer geworden. Der Regierung gelang es, die Gegensätze der beginnenden Nationalitäten und der verschiedenen Klassen und Volksschichten durch eine Politik des "divide et impera" und vor allem mit Hilfe des Militärs niederzuschlagen.

Am 6. Oktober 1848 wollten kaiserliche Truppen von Wien aus gegen die aufständischen Ungarn ziehen. Wiener Aufständische versuchten das zu verhindern. Es kam zu Straßenschlachten in der Innenstadt, Kriegsminister Latour wurde von der Volksmenge "laternisiert", die Revolutionäre beherrschten Wien. Der Kaiser floh nach Olmütz und General Windisch-Graetz schickte Truppen nach Wien. Wien wurde durch Windisch-Graetz beschossen.

General Windisch-Graetz bringt Wien unter Kontrolle

Die Wiener Revolutionäre hofften auf die Hilfe der Ungarn, die schon in Schwechat waren, aber den Kaiserlichen weichen mussten. Wenzel Messenhauser, der Oberkommandant der revoltierenden Nationalgarde, ließ trotz einem Waffenstillstand weiter kämpfen, Windisch-Graetz siegte schließlich, und am 31. Oktober war Wien unter seiner Kontrolle. Messenhauser, die revolutionären Journalisten Alfred Julius Becher und Hermann Jellinek sowie Robert Blum, ein dem linken Flügel der Liberalen (Demokraten) zugeordneter Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, wurden hingerichtet. Mehr als 2000 Menschen waren gefallen.

Am 15. November 1848 erfolgte die Verlegung des Reichstages von Wien nach Kremsier. Am 21.November wurde eine neue Reichsregierung unter Schwarzenberg gebildet, am 2. Dezember 1848 verzichtete Ferdinand I. auf den Thron. Der 18-jährige Franz Josef wurde zum Kaiser von Österreich proklamiert. Ungarn wurde mit Hilfe russischen Militärs unterworfen und verlor seine Verfassung.