Wien. (kats/apa) Freunde waren sie ja noch nie. Nicht einmal, als man sie noch Parteifreunde nannte. Das letzte Telekom-Verfahren, bei dem es um den Geldfluss des Unternehmens an ihre ehemalige Gesinnungsgemeinschaft BZÖ ging, hat aber endgültig einen Keil zwischen Peter Westenthaler und Klaus Wittauer getrieben.

Der ehemalige Obmann des orangen Bündnisses und der Tiroler BZÖ-Kandidat im Nationalratswahlkampf 2006 trafen einander am Dienstag am Wiener Straflandesgericht vor dem einschlägig leiderprobten Telekom-Richter Michael Tolstiuk wieder. Der Hintergrund: Wittauer wurde im Verfahren um die 960.000-Euro-Zahlung der Telekom an das BZÖ im Wahlkampf 2006 wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt und zu zwei Jahren Haft, davon drei Monaten unbedingt, verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Am Rande des Prozesses hat Wittauer vor Medien angedeutet, dass Westenthaler von den Zahlungen der Telekom an die Partei gewusst habe. Westenthaler dementierte dies vehement und brachte Privatanklage wegen übler Nachrede ein, die am Dienstag vor Tolstiuk verhandelt wurde.

Wittauer betonte, er habe das nicht so gemeint, dass Westenthaler von der Zahlung gewusst habe. Und der Ex-BZÖ-Chef, der mittlerweile als Immobilienmakler tätig ist, betonte abermals, dass er nicht über die Zahlung informiert war.

Der Streit konnte schließlich beigelegt werden: Wittauer erklärte sich zu einer formellen Klarstellung bereit, wonach er nichts über den Wissensstand Westenthalers in Sachen Telekom sagen könne. Außerdem übernimmt er Westenthalers bisherige Verfahrenskosten. Und am Schluss gab es tatsächlich einen kurzen Handschlag.