Wien. Er wirkt geknickt. Und wütend. Josef Bucher ist 2009 angetreten, um das BZÖ zu einer wirtschaftsliberalen Saubermann-Partei zu machen. Jetzt haben den Bündnischef die Schatten der Vergangenheit eingeholt. Am Dienstag nahm er zum ersten Mal nach den Enthüllungen im U-Ausschuss öffentlich zu der Causa Stellung. Insgesamt sollen 960.000 Euro von der Telekom an orange Parteigänger geflossen sein. Schlüsselfiguren sind die beiden Ex-BZÖ-Politiker Hubert Gorbach und Klaus Wittauer. Mit Peter Westenthaler steht aber ein noch aktiver Politiker unter Verdacht: Er soll laut dem - einst orangen, nunmehr blauen - Werber Arno Eccher Rechnungslegungen an Kurt Schmied beauftragt haben, der wiederum der Telekom ohne Gegenleistung Rechnungen ausstellte. Von Wittauers Aussage im U-Ausschuss am 27. Februar hängt es ab, ob Westenthaler vom Gremium geladen wird.

HHHHH

"Wiener Zeitung": Sie müssen sich für etwas verantworten, was 2006 passiert ist, also vor Ihrer Zeit als Parteichef. Sind Sie sauer?

Josef Bucher: Es ist beschämend und erniedrigend, den Kopf für Malversationen hinzuhalten, die nicht in mein moralisches Weltbild passen. Möglich macht das alles ein unvollständiges Parteienfinanzierungsgesetz. Wir müssen ausschließen, dass so etwas noch einmal passiert.

Haben Sie zu Beginn des U-Ausschusses erwartet, dass das BZÖ derart in die Schusslinie gerät?

Ich habe damit gerechnet, dass endlich alles aufgeklärt wird. Ich möchte, dass alles auf den Tisch kommt, denn ich kann ja auch nichts dafür, das weiß jeder normal denkende Mensch.

Liegen nicht vielleicht noch andere Leichen im Keller?

Ja, aber nicht beim BZÖ.

Peter Westenthaler wird vielleicht vor den U-Ausschuss geladen. Sie sagen, dass Sie ihm vertrauen. Sie haben aber auch gesagt, wenn herauskommt, dass jemand "irgendwelche Verfehlungen gemacht hat, fliegt er raus aus dem BZÖ". Ist Westenthaler gefährdet?

Das glaube ich nicht, weil ich derzeit davon ausgehe, dass er nichts gewusst hat. Ich habe keine Veranlassung, daran zu zweifeln. Die anderen, die etwas anderes sagen, sind keine BZÖler mehr, sondern bei der FPÖ, daher kann ich ihnen nicht glauben.